{"id":14086,"date":"2023-05-05T10:18:47","date_gmt":"2023-05-05T08:18:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/?p=14086"},"modified":"2024-03-12T13:24:52","modified_gmt":"2024-03-12T12:24:52","slug":"kawasser-besprechung-wellen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/2023\/05\/05\/kawasser-besprechung-wellen\/","title":{"rendered":"Wellen von Lilienblau wie eine Kritik des Himmels"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong><a href=\"https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/autor%e2%80%91innen-alte-seite\/kawasser-udo\/\">Udo Kawasser<\/a> \u00fcber Louise Gl\u00fccks Gedichtband <em>Wilde Iris<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wann geschah es das letzte Mal, dass ich immer wieder zu den ersten Gedichten eines Gedichtbandes zur\u00fcckkehrte und sich dennoch stets von neuem die urspr\u00fcngliche Intensit\u00e4t des Leseerlebnisses einstellte? Jeder Gedichtband, vor allem wenn man die Autorin oder den Autor nicht kennt, ist ja f\u00fcrs Erste eine Art \u201eWundert\u00fcte\u201c, und erst im Lauf der Lekt\u00fcre wird einem klar, womit man es zu tun hat und wie sehr es dem Gedruckten gelingen kann, die eigene Aufmerksamkeit zu fesseln und die Vorstellungskraft zu befeuern.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile\" style=\"grid-template-columns:32% auto\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAAAAACH5BAEKAAEALAAAAAABAAEAAAICTAEAOw==\" data-src=\"https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/IMG_0046-768x1024.jpg\" alt=\"Foto Udo Kawasser Wilde Iris von Louise Gl\u00fcck\" class=\"wp-image-14087 size-full lazyload\" data-sizes=\"auto\" data-srcset=\"https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/IMG_0046-768x1024.jpg 768w, https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/IMG_0046-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/IMG_0046-113x150.jpg 113w, https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/IMG_0046-370x493.jpg 370w, https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/IMG_0046-740x987.jpg 740w, https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/IMG_0046-20x27.jpg 20w, https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/IMG_0046-600x800.jpg 600w, https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/IMG_0046-36x48.jpg 36w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p>Als Louise Gl\u00fcck 2020 den Nobelpreis zuerkannt bekam, sagte der Name wohl den meisten Leser*innen in Europa so wenig wie mir. Ihr Gedichtband <em>Wild Iris,<\/em> der 1992 auf Englisch herausgekommen und zum ersten Mal 2008 in der \u00dcbersetzung von Ulrike Draesner in der Sammlung Luchterhand erschienen war, wurde anl\u00e4sslich der Verleihung des Nobelpreises wieder aufgelegt und gelangte als Weihnachtsgeschenk in meine H\u00e4nde.<\/p>\n\n\n\n<p>Foto \u00a9 Udo Kawasser<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Er sollte mir eine Form von Poesie er\u00f6ffnen, wie ich sie in dieser Art nicht gekannt hatte, eine Poesie, die trotz anscheinender gro\u00dfer Einfachheit an der Oberfl\u00e4che gedanklich tief und vielschichtig gewoben ist. Dabei \u00fcberrascht mich, dass mein urspr\u00fcngliches Staunen \u00fcber die unterschiedlichen Sprechpositionen, von denen aus die Gedichte sprechen, noch immer anh\u00e4lt und sich bei jeder weiteren Lekt\u00fcre noch vielf\u00e4ltigere Bez\u00fcge auftun. Ich m\u00f6chte nun versuchen, anhand der ersten vier Gedichte dieses Staunen etwas nachvollziehbar zu machen. Das titelgebende Gedicht \u201eWilde Iris\u201c, mit dem der Band anhebt, beginnt so:<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-verse\">At the end of my suffering\nthere was a door.\n\nHear me out: that which you call death\nI remember.<\/pre>\n\n\n\n<p>In der sich wunderbar ans Original anschmiegenden \u00dcbersetzung von Ulrike Draesner klingt das so:<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-verse\">Am Ende meines Leidens\nfand sich eine Pforte.\n\nH\u00f6rt mir zu: an das, was ihr Tod nennt,\nerinnere ich mich.<\/pre>\n\n\n\n<p>Was war das f\u00fcr eine Stimme, die hier sprach? Ich verga\u00df f\u00fcrs erste den Buch- und den Gedichttitel und glaubte eine Frau sprechen zu h\u00f6ren \u2013 und, als ich weiterlas, einen Anklang an den Persephone-Mythos:<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-verse\">Es ist furchtbar, als Bewusstsein\nzu \u00fcberleben,\nbegraben in der dunklen Erde.<\/pre>\n\n\n\n<p>War das Persephones Stimme, die von Hades geraubt nun als seine Gemahlin das halbe Jahr in der Unterwelt leben muss, w\u00e4hrend ihre Mutter Demeter um sie trauert? Aber ich hatte die Strophe dazwischen nicht bedacht, die das Gedicht in einer Landschaft, wahrscheinlich wie die nachfolgenden Gedichte in einem Garten, situiert:<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-verse\">\u00dcber mir Ger\u00e4usche, schwankende Kiefernzweige.\nDann nichts. Die schwache Sonne\nflirrte \u00fcber der trockenen Fl\u00e4che.<\/pre>\n\n\n\n<p>Tats\u00e4chlich wird im nachfolgenden Gedicht \u201eMetten\u201c, zu dessen Titel noch etwas zu sagen sein wird und von denen es verstreut im Band noch sechs weitere gibt, eine Szene im Garten entworfen, wo sich neben einer Birke ein Briefkasten befindet und ein nicht genauer bezeichneter Noah auf das Gest\u00e4ndnis des lyrischen Ichs, \u201eschwerm\u00fctig ja, doch auf eine Art leidenschaftlich \/ dem lebendigen Baum zugetan\u201c zu sein, antwortet: \u201eDepressive hassen den Fr\u00fchling\u201c bzw. \u201ees sei \/ ein Fehlschluss Depressiver, sich mit einem Baum \/ zu identifizieren\u201c. Dieses Ich schien mir, da human, viel leichter fassbar zu sein, und schnell projizierte ich es zur\u00fcck auf das erste Gedicht, \u201eWilde Iris\u201c, weil es mir erlaubte, die Verse dort als Ausdruck einer depressiv gestimmten Frau zu lesen, die eine Art Wiedergeburt erlebt. Wie man hoffentlich sehen kann, beschreibe ich hier eine tastende Such- und Verstehensbewegung, die sich allerdings beim n\u00e4chsten Gedicht schon wieder herausgefordert sah. Das erneut mit \u201eMatins\u201c, zu Deutsch \u201eMetten\u201c, betitelte Gedicht (es gibt sp\u00e4ter im Band auch noch neun \u201eVespern\u201c) beginnt so:<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-verse\">Unnahbarer Vater, als wir zum ersten Mal\naus dem Himmel vertrieben wurden, machtest du\neine Kopie, einen Ort, der sich vom Himmel\nin einer Hinsicht unterschied, ersonnen,\num eine Lektion zu erteilen (\u2026)<\/pre>\n\n\n\n<p>Sprach hier nun tats\u00e4chlich jemand mit Gott? Hier, in einem zeitgen\u00f6ssischen Gedicht?<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-verse\">Wir dachten nie an dich,\nden anzubeten wir lernten.<\/pre>\n\n\n\n<p>Das klang dann doch nach heute und das klang mutig, sich so unversehens, aber durch eine lange j\u00fcdisch-christliche Tradition verb\u00fcrgt, \u00fcber die Verfasstheit der Welt mit Gott anl\u00e4sslich der \u201eMetten\u201c und \u201eVespern\u201c auszutauschen, und zwar auf Augenh\u00f6he. Mit diesem ersten Gedichte-Dreischritt hatte die Autorin den westlich gepr\u00e4gten Kosmos ihrer Dichtung f\u00fcrs Erste umrissen: die Unterwelt mit dem antiken Erbe, das gegenw\u00e4rtige Leben mit Haus und Garten und die j\u00fcdisch-christlich gepr\u00e4gte himmlische Sph\u00e4re. Doch das n\u00e4chste Gedicht \u201eWaldlilie\u201c stie\u00df mich als Leser wieder auf die Erde, in die Perspektive der Blume zur\u00fcck, die aber nicht auf den Blick hinauf in den Himmel verzichten muss.<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-verse\">Als ich erwachte, war ich in einem Wald. Das Schwarz\nschien nat\u00fcrlich, der Himmel zwischen den Kiefern\nvon zahllosen Lichtern \u00fcbers\u00e4t.<\/pre>\n\n\n\n<p>Ich bl\u00e4tterte zur\u00fcck. Sprach also doch nicht eine Frau oder die mythologische Persephone im ersten Gedicht, sondern tats\u00e4chlich die \u201eWilde Iris\u201c, eine Blume? Es blieb mir nichts anderes \u00fcbrig, als das erste Gedicht nochmals mit anderen Augen zu lesen. Jede der drei Deutungsm\u00f6glichkeiten der Sprechposition (mythologisch: Persephone, gegenw\u00e4rtig: depressive Frau, botanisch: Blume) tauchte den Text in ein anderes Licht und generierte spezifische Sinnkaskaden. Aber die nicht eindeutig festlegbare Sprechweise des Textes produziert einen \u00dcberschuss an Sinn, den keine dieser M\u00f6glichkeiten allein absch\u00f6pfen konnte. Wer je einen Beweis f\u00fcr Umberto Ecos These vom \u201eoffenen Kunstwerk\u201c brauchte, f\u00fcr den prinzipiell unabschlie\u00dfbaren Vorgang der Sinnkonstitution eines Textes im Rezipienten, m\u00f6ge es mit den erw\u00e4hnten Gedichten versuchen. Ist es nicht genau das, was Dichtung in ihrer besten Form leisten kann? N\u00e4mlich zu irritieren, uns aus den \u00fcberkommenen Gussformen der Wahrnehmung und des Denkens herauszubrechen und uns f\u00fcr neue Sehweisen und Zusammenh\u00e4nge und Tiefen zu \u00f6ffnen? Und in Gl\u00fccks Fall (ja, im doppelten Sinne) stellt sich den Leser*innen die Frage, wer hier eigentlich spricht und woher gesprochen wird. Dieses Sprechen scheint sich immer wieder neu zu geb\u00e4ren. Tats\u00e4chlich hei\u00dft es in der vorletzten Strophe von \u201eWilde Iris\u201c:<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-verse\">Euch, die ihr euch nicht erinnert\nan den \u00dcbergang aus der anderen Welt,\nsage ich, ich konnte wieder sprechen: was immer\nzur\u00fcckkehrt aus dem Vergessen, kehrt zur\u00fcck,\num eine Stimme zu finden:\naus der Mitte meines Lebens sprang\neine hohe Font\u00e4ne, tiefblaue\nSchatten auf Meeresazur.<\/pre>\n\n\n\n<p>Diese \u201eandere Welt\u201c, sei es das \u201eVergessen\u201c, das Reich des Todes, die Unterwelt, der Himmel oder eine andere Form von Transzendenz, bildet also den gedanklichen Widerpart, aus dessen Reibung mit dem Diesseits die Dichterin Gl\u00fcck poetische Funken schl\u00e4gt. Das \u201eVergessen\u201c l\u00e4sst sich hier nicht nur individuell auffassen, sondern durchaus auch auf eine pr\u00e4sentistische, vergangenheits- und transzendenzblinde Gesellschaft beziehen, in der durch die Dichterin Vergessenes wieder eine Stimme findet und durch deren Kunst neue anregende Gegenwart geschaffen wird. In ihrem kurzen Essay \u00fcber \u201eDeath and Absence\u201c aus dem Band <em>Proofs &amp; Theories<\/em> von 1994 spricht die Autorin am Ende des Textes davon, dass \u201eGedichte nicht als Objekte weiterbestehen, sondern als Gegenwarten. Wenn man etwas liest, das es wert ist, erinnert zu werden, dann setzt man eine menschliche Stimme frei; man entl\u00e4sst wieder einen Gleichgesinnten in die Welt. Ich lese, um diese Stimme zu h\u00f6ren. Und ich schreibe, um mit jenen zu sprechen, die ich geh\u00f6rt habe.\u201c (\u00dcbersetzung des Verfassers)<\/p>\n\n\n\n<p>Seit diesem Winter bin auch ich dank des Weihnachtsgeschenks einer Freundin mit Gl\u00fccks Poesie im Gespr\u00e4ch. Blicke ich nun im April in meinen Garten, der im Moment des Schenkens vom Winter verheert war, so sehe ich \u201eeine hohe Font\u00e4ne, tiefblaue \/ Schatten auf Meeresazur\u201c.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile\" style=\"grid-template-columns:21% auto\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"646\" height=\"1024\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAAAAACH5BAEKAAEALAAAAAABAAEAAAICTAEAOw==\" data-src=\"https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Cover-Glueck-Louise-Wilde-Iris--646x1024.jpg\" alt=\"Cover Glu\u0308ck Louise Wilde Iris\" class=\"wp-image-14088 size-full lazyload\" data-sizes=\"auto\" data-srcset=\"https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Cover-Glueck-Louise-Wilde-Iris--646x1024.jpg 646w, https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Cover-Glueck-Louise-Wilde-Iris--189x300.jpg 189w, https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Cover-Glueck-Louise-Wilde-Iris--95x150.jpg 95w, https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Cover-Glueck-Louise-Wilde-Iris--370x586.jpg 370w, https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Cover-Glueck-Louise-Wilde-Iris--20x32.jpg 20w, https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Cover-Glueck-Louise-Wilde-Iris--600x951.jpg 600w, https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Cover-Glueck-Louise-Wilde-Iris--30x48.jpg 30w\" sizes=\"(max-width: 646px) 100vw, 646px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p class=\"has-medium-font-size\">Louise Gl\u00fcck: <a href=\"https:\/\/www.penguinrandomhouse.de\/Taschenbuch\/Wilde-Iris\/Louise-Glueck\/Luchterhand-Literaturverlag\/e215196.rhd\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><em>Wilde Iris. Gedichte<\/em>.<\/a> \u00dcbersetzt von Ulrike Draesner. Sammlung Luchterhand 2008,  Euro 12,40,-<\/p>\n\n\n\n<p>Cover \u00a9 Sammlung Luchterhand <\/p>\n<\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besprechung: &#8222;Wellen von Lilienblau wie eine Kritik des Himmels&#8220; &#8211; Udo Kawasser \u00fcber Louise Gl\u00fccks Gedichtband Wilde Iris<\/p>\n","protected":false},"author":9,"featured_media":14091,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[107,527],"tags":[247,146],"thb-sponsors":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v20.6 - https:\/\/yoast.com\/wordpress\/plugins\/seo\/ -->\n<title>Wellen von Lilienblau wie eine Kritik des Himmels - Poesiegalerie<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"Besprechung: &quot;Wellen von Lilienblau wie eine Kritik des Himmels&quot; - Udo Kawasser \u00fcber Louise Gl\u00fccks Gedichtband Wilde Iris\" \/>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/2023\/05\/05\/kawasser-besprechung-wellen\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Wellen von Lilienblau wie eine Kritik des Himmels - 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