{"id":15364,"date":"2023-09-06T08:00:00","date_gmt":"2023-09-06T06:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/?p=15364"},"modified":"2023-09-05T14:10:00","modified_gmt":"2023-09-05T12:10:00","slug":"breitenfellner-sommerlekture-stepanova","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/2023\/09\/06\/breitenfellner-sommerlekture-stepanova\/","title":{"rendered":"Der K\u00f6rper, die Kleidung, der Krieg: \u201ealles alles reimt sich\u201c"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-medium-font-size\"><a href=\"https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/autor%e2%80%91innen-alte-seite\/breitenfellner-kirstin\/\">Kirstin Breitenfellner<\/a> liest Maria Stepanova als Sommerlekt\u00fcre<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Ich habe einmal Russisch studiert. Das war Ende der 1980er Jahre, zur Zeit der Perestroika. Alle waren erleichtert, einen Erzfeind zu verlieren. V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung war angesagt. Im Sommer 1989, als noch niemand vom Fall des Eisernen Vorhangs tr\u00e4umte, besuchte ich Moskau. Viele meiner zuk\u00fcnftigen Freunde kamen aus der Ukraine. Alle hatten Geduld mit meinen unvollkommenen Sprachkenntnissen, denn sie waren gl\u00fccklich, Menschen von der \u201eanderen Seite\u201c kennen zu lernen. \u201eEuch erkennt man daran, dass ihr immer lacht.\u201c Dieser Satz erschreckte mich, aber er enthielt einen wahren Kern. Und nat\u00fcrlich stimmte er nicht, denn in Moskau erfuhr ich, was es hei\u00dft zu feiern und gemeinsam ausgelassen zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich begann zu sprechen. Ich begann zu schwimmen in der russischen Sprache. Sto\u00dfweise und unsicher, aber ich hielt mich \u00fcber Wasser. Am Ende des ersten Semesters an der Universit\u00e4t Heidelberg mit dem Buch \u201eRussische Sprache f\u00fcr alle\u201c, einem Produkt aus der damaligen DDR, waren nur die H\u00e4lfte der Studentinnen und Studenten \u00fcbrig gewesen. Ich hatte durchgehalten. Russisch ist eine schwere Sprache. Die Verbformen beherrsche ich bis heute nur passiv. Und \u00fcber die Jahre litt auch das H\u00f6r- und Leseverst\u00e4ndnis. Es war nie genug Zeit. Es war zu viel anderes.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor einem guten Jahr bin ich in mein Russisch wieder eingestiegen, zuerst mit den F\u00fc\u00dfen, zun\u00e4chst stehend, dann watete ich langsam tiefer. Vielleicht, nein ganz bestimmt ist V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung bald wieder vonn\u00f6ten. Aber eigentlich habe ich die Sprache ja wegen der in ihr verfassten Literatur studiert: Tolstoi, Dostojewskij, Bitow, Pasternak und nat\u00fcrlich Anna Achmatowa. Ich bin keine Dolmetscherin, sondern Slawistin. Und ich wollte eine Sprache lernen, die ich noch nicht in der Schule hatte. Bald liebte ich sie, als h\u00e4tte ich sie in meinem letzten Leben, falls es so etwas geben sollte, gesprochen. Das Gedicht von Michail Lermontow (1814\u201341) \u201eAllein gehe ich auf die Stra\u00dfe hinaus\u201c kann ich bis heute auswendig \u2013 Romantik pur, mit einer Schlagseite zur Melancholie, die mit dem Sprachklang auf magische Weise harmoniert: samtdunkel murmelnd und doch glasklar.*<\/p>\n\n\n\n<p>Russisch zu lesen ist schwer, denn man wei\u00df nie, wo der Akzent liegt, und seine Lage kann die Aussprache des ganzen Worts ver\u00e4ndern. Bei Lyrik ist das leichter. Auch wenn sie nicht streng rhythmisiert oder gereimt ist, versteht man zumeist intuitiv, wo der Akzent liegen muss. Ich k\u00e4mpfte mich zur\u00fcck, mit alten Anthologien. Und ging an Land oder, nein, begann wieder zu schwimmen im k\u00fchlwarmen, tragenden Wasser des russischen Idioms, als ich entdeckte, dass es zweisprachige zeitgen\u00f6ssische russische Lyrik gibt \u2013 von einer Frau meiner Generation. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text is-stacked-on-mobile\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"792\" height=\"1024\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAAAAACH5BAEKAAEALAAAAAABAAEAAAICTAEAOw==\" data-src=\"https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Breitenfellner-792x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-15367 size-full lazyload\" data-sizes=\"auto\" data-srcset=\"https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Breitenfellner-792x1024.jpg 792w, https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Breitenfellner-232x300.jpg 232w, https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Breitenfellner-116x150.jpg 116w, https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Breitenfellner-768x993.jpg 768w, https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Breitenfellner-370x478.jpg 370w, https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Breitenfellner-740x957.jpg 740w, https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Breitenfellner-20x26.jpg 20w, https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Breitenfellner-600x776.jpg 600w, https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Breitenfellner-37x48.jpg 37w\" sizes=\"(max-width: 792px) 100vw, 792px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p> Ich wei\u00df nicht, ob ich Maria Stepanovas Dichtkunst verfallen w\u00e4re, wenn ich sie nur auf Deutsch gelesen h\u00e4tte, denn die Tragik \u00fcbersetzter Lyrik liegt in dem Umstand begr\u00fcndet, dass der Klang so gut wie nie her\u00fcbergerettet werden kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Foto \u00a9 Kirstin Breitenfellner <\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Das Gedicht und der K\u00f6rper<\/h4>\n\n\n\n<p>Maria Stepanova wurde 1972 in Moskau geboren lebt heute in Berlin, denn sie geh\u00f6rte im M\u00e4rz 2022 zu jenen Autorinnen und Autoren, die einen Appell unterzeichneten, in Russland die Wahrheit \u00fcber den Krieg in der Ukraine zu verbreiten. Und sie tat das auch selbst, indem sie den \u00dcberfall auf die Ukraine im selben Monat in der Financial Times einen \u201eunjust war in a foreign territory\u201c nannte.** Seit 2020 erschienen drei zweisprachige Lyrikb\u00e4nde von ihr auf Deutsch, kongenial nachgedichtet von Olga Radetzkaja. <em>Der K\u00f6rper kehrt wieder<\/em> (orig. 2015, dt. 2020) thematisiert u.a. den russischen \u00dcberfall auf die Krim 2014 und bleibt damit traurig aktuell. <em>Winterpoem<\/em> (orig. 2021, dt. 2023) arbeitet die Isolation in der COVID-19-Pandemie auf. F\u00fcr <em>M\u00e4dchen ohne Kleider<\/em> erhielt sie \u2013 als erste Lyrikerin \u2013 den Leipziger Buchpreis zur Europ\u00e4ischen Verst\u00e4ndigung. Er ist ebenfalls 2023 bei Suhrkamp erschienen und beeindruckte mich schon alleine durch die Tatsache, dass ein Verlag bereit war, zwei B\u00e4nde einer Lyrikerin innerhalb eines Jahres zu ver\u00f6ffentlichen.<\/p>\n\n\n\n<p>Stepanovas Lyrik ist pers\u00f6nlich, sinnlich und k\u00f6rperlich, aber stets \u00fcbersteigt sie das Private. <em>Der K\u00f6rper kehrt wieder<\/em>, bestehend aus drei Langegedichten, beginnt mit einem umgekehrten Alphabet, das sich auf die d\u00e4nische Dichterin Inger Christensen bezieht. \u201eK\u00f6rper der Dichtung, \u00fcberall liegt ihr herum \/ Wie leere Patronenh\u00fclsen aus Plastik, \/ Biologisch nicht abbaubar\u201c, hei\u00dft es unter dem Buchstaben F. Und unter dem Buchstaben K:<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-verse\">Die Dichtung, absurdes viel\u00e4ugiges\nWesen mit vielen M\u00fcndern, \nDas in vielen K\u00f6rpern zugleich lebt,\nGing zuvor durch viele andere K\u00f6rper,\nDie jetzt <em>zwecks<\/em> Erhalt auf Station sind\nWie etwas demn\u00e4chst zu Geb\u00e4rendes. <\/pre>\n\n\n\n<p>Die Annexion der Krim durch Russland im Fr\u00fchjahr 2014 zieht sich als roter Faden durch den Text und wird an andere Kriege zur\u00fcckgebunden. Reime, Ankl\u00e4nge und Wiederholungen zeichnen Stepanovas Stil aus, aber auch Neologismen. Der Bezug zur Tradition \u2013 in der russischsprachigen Kultur weniger gebrochen als in der deutschsprachigen \u2013 wird explizit mit der Erw\u00e4hnung von Dichtern wie Alexander Puschkin, Alexander Blok oder Dmitri Prigow. Die Bibel, die griechische Antike, Goethes <em>Erlk\u00f6nig<\/em>, aber auch der GULAG und die Weltkriege haben in dieser polyphonen Lyrik Platz, die die Bildung von Kultur und Sprache an sich nachahmt.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eMir scheint, diese Art der Polyphonie, dieses Summen und Schwirren vieler verschiedener Stimmen \u2013 manche sind lauter, manche leiser \u2013 ist \u00fcberhaupt typisch f\u00fcr meine Art des Schreibens\u201c, sagt Stepanova in einem Gespr\u00e4ch mit \u00dcbersetzerin Olga Radetzkaja in dem Band <em>Winterpoem 20\/21<\/em>. Und sie setzt fort: \u201eEs ist meine Art, in Sprache zu denken \u2013 mir ist wichtig, dass hinter jedem Wort, hinter jeder Wendung Reihen um Reihen von sprachlichen Pr\u00e4zendenzf\u00e4llen stehen, in denen dasselbe Wort von einem anderen Autor verwendet wurde, eine andere Stimme ihm Leben eingehaucht hat. Das ist wie ein Echo, das ich st\u00e4ndig h\u00f6re.\u201c Leicht verst\u00e4ndlich ist solch eine Lyrik f\u00fcr Mitglieder anderer Kulturen kaum.<\/p>\n\n\n\n<p>Deswegen muss Olga Radetzkaja eine enorme Transferleistung erbringen, die sie in dem Gespr\u00e4ch wie folgt charakterisiert: \u201eMein Ziel ist es also, auch in der \u00dcbersetzung ein solches Summen und Schwirren zu erzeugen (\u2026). Beim \u00dcbersetzen von Gedichten wird einem der schillernde Charakter dieser N\u00e4he besonders deutlich: der Text, den ich schreibe, tritt als Double des deinen auf, aber wenn ich genauer hinschaue, ist er vielleicht eher ein Tanzpartner als ein Double, er schmiegt sich an, ohne zu verschmelzen, er ahmt nach, aber er antwortet auch.\u201c<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Der Krieg und die Wahrheit<\/h4>\n\n\n\n<p>Der Krieg gegen die Ukraine, der mit der Annexion der Krim weltweit sichtbar wurde, aber erst recht der \u00dcberfall auf das ukrainische Kernland hat Stepanovas Selbstverst\u00e4ndnis ersch\u00fcttert \u2013 weil ihr mit einem Mal klar wurde, dass sie nun keine Dichterin mehr sein k\u00f6nne, sondern immer als <em>russische<\/em> Dichterin wahrgenommen w\u00fcrde. In einem Interview in der ARD am 30.4.2023 spricht sie \u00fcber das Gef\u00fchl der Schuld, in dem bereits erw\u00e4hnten Artikel der \u201eFinancial Times\u201c betont sie, dass die geistige Hauptaufgabe der Menschen in beiden L\u00e4ndern nun darin liege, sich gegen Putins Diktatur der Meinung zu wehren, sprich: um seinen eigenen Verstand zu k\u00e4mpfen. Darin besteht f\u00fcr sie als Dichterin die Hauptaufgabe des Widerstands:<\/p>\n\n\n\n<p>die Wahrheit zu sehen und auszusprechen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bereits in <em>Der K\u00f6rper kehrt wieder<\/em> von 2015 spricht sie \u2013 auch mit Bezug auf die Annexion der Krim \u2013 von einem \u201edumpfen krieg\u201c (\u0433\u043b\u0443\u0445\u043e\u0439 bedeutet auch stimmlos taub oder hohl), aber eigentlich geht es um alle Kriege, ausgefochten von M\u00e4nnern \u2013 wie ihrem Vater, dem sie das Langgedicht \u201eSpolia\u201c widmet \u2013, die nicht nur T\u00e4ter, sondern teilweise auch Opfer sind.<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-verse\">soll rauskommen und etwas sagen\n(der krieg sagt: da bin ich schon!)\ndas herz knurrt und trollt sich auf sein lager,\ndas regiment bekommt einen sohn\n\nes lebten zwei freunde wie du und you,\nkaum sagte der eine ja doch\n\u2013 und das erdwasser stieg immerzu\ndazu komme ich sp\u00e4ter noch \u2013\n\nsagt der andere njet\nnie und nimmer\neine truppe aus lauter m\u00e4nnern\nkann keine kinder kriegen\n\n(\u2026)\n\nes gibt keinen unterschied zwischen \nerstem und zweiten\nvaterl\u00e4ndischen und vaterl\u00e4ndischem\ngro\u00dfem und stillem\natlantischem\nglobalem\n\nso oder so fallen sie\nalle im selben im einzigen bruder-, b\u00fcrger-\nwo das morgenrot aus der asche\n\nspeerspitzen klaubt\n\nljosch he ljosch\ngib mal feuer\nsagt der tote zum toten\nder erschlagene zum erschl\u00e4ger<\/pre>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Das Ende des postkatastrophischen Zeitalters<\/h4>\n\n\n\n<p>Mit <em>Winterpoem 20\/21<\/em> reagierte Stepanova bereits im Jahr 2021 auf die Gegebenheiten der COVID-19-Pandemie, w\u00e4hrend der sie sich zun\u00e4chst mit ihrem damaligen Mann auf ihre Datscha zur\u00fcckgezogen hatte. Eine Zeit, wie sie in einem Gespr\u00e4ch im Anhang des Buchs mit Olga Radetzkaja res\u00fcmiert, auf die sie jetzt schon mit einer Art ethnografischem Interesse blicke. \u201eSolange sie andauerte, hat man die Zeit der Pandemie als endlos und in gewissem Sinn als <em>extrem<\/em> und existenziell wahrgenommen, w\u00e4hrend sie sich heute, vor dem Hintergrund des Krieges, den Russland gegen die Ukraine f\u00fchrt, eher als eine Ruhephase ausnimmt, eine Windstille, nach der man sich irgendwie sogar zur\u00fccksehnen kann.\u201c<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-verse\">Die Menschen an ihrem Wohnsitz\nZwischen milchigen Zimmerpflanzen,\nZwischen sprachlosen Haustieren,\nAusgestattet mit Kleidern (warm) und Getr\u00e4nken (kalt):\nWir, zwischen sch\u00fctzenden Schichten von Schnee,\nWie Fotos unter Seidenpapier,\nPl\u00f6tzlich gestoppt.\n\n(\u2026)\n\nAuf den Pl\u00e4tzen und Stra\u00dfen der Stadt\nEine Leere, als w\u00e4re Krieg, als w\u00e4re Revolution,\nAls w\u00e4re Epidemie, als w\u00e4re WM-Finale \u2013\nUnd von oben f\u00e4llt Morgenschnee auf sie herab.\n\n(\u2026)\n\nSolange wir zu zweit waren, konnten wir sein, wer wir wollten,\nAuf Zuruf, sofort \u2013 gl\u00fcckliche Fluidit\u00e4t\nStr\u00f6mte in alle K\u00f6rper\u00f6ffnungen ein wie das Meer.\nIch war General und gleichzeitig Nachtigall,\nGeneral und Armee, Generalin und Samowar, \n(\u2026) \nDu trugst meinen Rock. Ich trug deinen Flecktarn.\nIch rasierte mir nicht mehr die Beine, du fingst an, im Sitzen zu pinkeln,\nWir drehten die Machtverh\u00e4ltnisse um und um,\nPfiffen auf Gender und seine hohlen H\u00e4lften<\/pre>\n\n\n\n<p>Diese \u201eVerbannung in die Gegenwart\u201c bekam f\u00fcr Stepanova nach Ausbruch des Krieges eine neue Bedeutung: als eine \u201eArt Prolog zu dem, was gegenw\u00e4rtig in Europa geschieht\u201c. Ihr Schreiben habe lange auf der Annahme basiert, dass wir in einem \u201epostkatastrophischen Zeitalter\u201c lebten und die zentrale Frage sei, wie wir mit der Erinnerung an die Vergangenheit und ihre Katastrophen umgehen. Die neue Katastrophe, die erst dabei sei, sich zu entfalten, ver\u00e4ndere alles \u201esowohl die Texte als auch die Formen der Lekt\u00fcre\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Zahlen von <em>Winterpoem 20\/21<\/em> beziehen sich deswegen nicht nur auf die Jahre der Pandemie 2020 und 2021, sondern bezeichnen eine Epochenwende, \u201eeine Wasserscheide, die das 21. endg\u00fcltig vom 20. Jahrhundert trennt (\u2026). Jetzt, vor dem Hintergrund dieses Krieges, der in meinen Augen nicht zuletzt ein Krieg um Erinnerung ist und dessen Ausgang unser Verh\u00e4ltnis zu Vergangenheit und Zukunft auf lange Zeit bestimmen wird, sehe ich dieses ,20\/21\u2018 nicht mehr als Abfolge, sondern eher als eine Figur des prek\u00e4ren Gleichgewichts, eines Schwankens zwischen der alten und der neuen Zeit.\u201c<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">\u201eAlles reimt sich\u201c<\/h4>\n\n\n\n<p>Die Erinnerung an die Vergangenheit und ihre Katastrophen in ihrer eigenen Familie hatte Stepanova eine jahrelange Recherche gewidmet. <em>Nach dem Ged\u00e4chtnis<\/em>, im Deutschen 2018 unter dem Titel \u201eRoman\u201c erschienen, f\u00e4llt tats\u00e4chlich unter das Genre \u201eMemoir\u201c \u2013 und besitzt eine starke philosophische Schlagseite. \u201eWenn man die Dinge und Begriffe der Vergangenheit zu sortieren beginnt, sieht man sofort, welche man \u2013 wie alte Kleider \u2013 noch tragen kann und welche hoffnungslos zu klein geworden sind, eingelaufen wie ein falsch gewaschener Pullover\u201c, hei\u00dft es dort einmal.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Kosmos von Maria Stepanova lassen sich Politik, und das hei\u00dft derzeit der Krieg, der K\u00f6rper und die Kleidung nicht trennen. Denn, wie Stepanova in <em>Nach dem Ged\u00e4chtnis<\/em> im Zuge einer Reflexion \u00fcber ein Deckengem\u00e4lde von Tiepolo meint, \u201egleicht alles allem auf der Welt, <em>alles reimt sich<\/em>\u201c. So ist es auch zu verstehen, dass Stepanovas j\u00fcngster Gedichtband<em> M\u00e4dchen ohne Kleide<\/em>r sich einem anscheinend unpolitischen Thema widmet.<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-verse\">Immer ist Sommer, und ein M\u00e4dchen ohne Kleider\nIst immer f\u00fcnfzehn plus minus,\nF\u00fcnfzehn ist eine Fleckzahl, mit f\u00fcnfzehn\nF\u00e4ngt man an Fangen zu spielen\nMit einem M\u00e4dchen ohne Kleider: der F\u00e4nger fasst an, und jedes\nMal bleibt ein kleiner Fleck zur\u00fcck unter der Haut\nMit der Zeit lernst du sie offen zu tragen \u2013 \nWie ein erlegtes Fell, eine Hermelinstola\n\nTr\u00e4gst du dich selbst als toten Hermelin\nDie Finger das Fallobst immer voll Flecken die \u00c4pfel die Fersen<\/pre>\n\n\n\n<p>Aber auch hier lauert ein versteckter Krieg: jener des m\u00e4nnlichen voyeuristischen Blicks. \u201eImmer ist da ein J\u00e4ger, der J\u00e4ger will schie\u00dfen\u201c, hei\u00dft es zwei Seiten weiter. Und das n\u00e4chste Gedicht beginnt mit: \u201eImmer ist da ein Pornoheft, immer ist es \/ Versiegelt mit z\u00fcchtigem Zellophan\u201c. Die M\u00e4dchen ohne Kleider sind zwar nicht nackt, aber das macht sie noch entkleideter. Ihr Problem: \u201eM\u00e4dchen ohne Kleider sagen \/ Immer dasselbe: sie sagen ja sagen ja\u201c. Dass im n\u00e4chsten Gedicht Soldaten auftauchen, wundert da kaum mehr. \u201eEin M\u00e4dchen ohne Kleider steht da und schweigt\u201c, lautet die letzte Zeile des zuvor zitierten Gedichts \u2013 aber die Dichterin, k\u00f6nnte man dem entgegenhalten, spricht. Und sie sieht genau hin. In Teil zwei, einem reimlosen Sonettenkranz, nimmt sie die Kleider selbst unter die Lupe:<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-verse\">Erkl\u00e4re, wie sie gemacht sind, die Stoffe, die Preise. \n\nPr\u00e4sentiere die Seidenraupen, die wolligen Schafe. \nWeise hin auf die Unvollkommenheit der Materie. \nZeige die Kleider entkleidet<\/pre>\n\n\n\n<p>Sp\u00e4testens hier wird offenbar, dass auch <em>M\u00e4dchen ohne Kleider<\/em> nicht nur eine politische, sondern auch eine wirtschaftliche Dimension hat. \u201e<em>Alles reimt sich<\/em>\u201c \u2013 das hei\u00dft, alles h\u00e4ngt zusammen. Auch die \u201eL\u00e4den der Erde\u201c und ihre \u201eW\u00fchltische im Weihnachtsschlussverkauf\u201c mit den \u201eLagerhallen\u201c und \u201edunklen Zimmern\u201c, in denen die Kleider hergestellt werden.<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-verse\">Die N\u00e4herin an der Maschine rattert und singt,\nUnd in der Ecke w\u00e4chst ein Berg an Konfektion.\n\nDie es gen\u00e4ht hat, dies rote Kleid, sie wird es\nNicht tragen k\u00f6nnen. Und die es anzieht,\nDas rote Kleid, sie wird darin leben nur ein-\n\nOder zweimal, dann bleibt es f\u00fcr immer leer,\nWie ein Dorf, aus dem alle geflohen sind in die Stadt<\/pre>\n\n\n\n<p>Maria Stepanovas Kunst besteht darin, ihre Themen so in Dichtung zu transformieren, dass sie das Feld der Politik, der Wirtschaft, der Soziologie etc. transzendieren. Ihr Mut und ihre Wahrhaftigkeit zwingen sie, die Dinge und Ph\u00e4nomene so genau zu analysieren, bis sie sich in ihre Bestandteile aufl\u00f6sen. Mit ihrem synthetischen Geist verkn\u00fcpft sie das anscheinend Disparate wiederum \u2013 auf eine schwebende, anscheinend m\u00fchelose, wenn auch sicher nicht ohne Schmerzen errungene Weise: den K\u00f6rper, die Kleidung, den Krieg und sogar der Kosmos. Deswegen kann sie sich im dritten Teil von <em>M\u00e4dchen ohne Kleider, Bist du Luft<\/em> (auf Russisch: <em>\u0435\u0441\u043b\u0438 \u0432\u043e\u0437\u0434\u0443\u0445 \/ &#8222;Falls du Luft (bist)\u201c<\/em>), auch zur\u00fcck in die Landschaft der Kindheit begeben, bis sie mit der Vergangenheit, der Natur, der Umgebung verschmilzt.<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-verse\">Schleicht am Gel\u00e4nder entlang ein Zweig, als w\u00e4r\u2019s eine graue\nKatze, durch B\u00fcsche am Weg rauscht ein Hund wie\nWind, nur das H\u00f6ren selber bleibt lautlos,\nGleicht nichts, misst sich mit niemand\n\n(\u2026)\n\nUnd die runde Wolke,\nDie Fichten, die H\u00fcgel, die Stra\u00dfe\nTun nicht mehr so als ob\nSie nicht du sind<\/pre>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>* <a href=\"https:\/\/lyricstranslate.com\/de\/vyhozhu-odin-ya-na-dorogu-\u0432\u044b\u0445\u043e\u0436\u0443-\u043e\u0434\u0438\u043d-\u044f-\u043d\u0430-\u0434\u043e\u0440\u043e\u0433\u0443-vych\u00e1dzam-s\u00e1m-na-cestu.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Hier geht es zu dem Lermontow-Gedicht mit \u00dcbersetzung<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>** <a href=\"https:\/\/www.ft.com\/content\/c2797437-5d3f-466a-bc63-2a1725aa57a5\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Maria Stepanova: The war of Putin\u2019s imagination, Financial Times, 18. 3. 2022 <\/a><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile is-vertically-aligned-center\" style=\"grid-template-columns:32% auto\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"645\" height=\"1024\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAAAAACH5BAEKAAEALAAAAAABAAEAAAICTAEAOw==\" data-src=\"https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/cover-stepanova-maedchen-ohne-kleider-645x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-15370 size-full lazyload\" data-sizes=\"auto\" data-srcset=\"https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/cover-stepanova-maedchen-ohne-kleider-645x1024.jpg 645w, https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/cover-stepanova-maedchen-ohne-kleider-189x300.jpg 189w, https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/cover-stepanova-maedchen-ohne-kleider-94x150.jpg 94w, https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/cover-stepanova-maedchen-ohne-kleider-370x588.jpg 370w, https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/cover-stepanova-maedchen-ohne-kleider-20x32.jpg 20w, https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/cover-stepanova-maedchen-ohne-kleider-600x953.jpg 600w, https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/cover-stepanova-maedchen-ohne-kleider-30x48.jpg 30w\" sizes=\"(max-width: 645px) 100vw, 645px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p>Maria Stepanova:<em> <a href=\"https:\/\/www.suhrkamp.de\/buch\/maria-stepanova-nach-dem-gedaechtnis-t-9783518428290\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Nach dem Ged\u00e4chtnis<\/a><\/em>. Roman. Aus dem Russischen von Olga Radetzkaja. Suhrkamp, Frankfurt am Main, 2018, 526 Seiten, Euro 16,\u2013<br><\/p>\n\n\n\n<p>Maria Stepanova: <em><a href=\"https:\/\/www.suhrkamp.de\/buch\/maria-stepanova-der-koerper-kehrt-wieder-t-9783518429679\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Der K\u00f6rper kehrt wieder<\/a><\/em>. Gedichte. Aus dem Russischen von Olga Radetzkaja. Suhrkamp, Frankfurt am Main, 141 Seiten, Euro 22,90<br><\/p>\n\n\n\n<p>Maria Stepanova: <em><a href=\"https:\/\/www.suhrkamp.de\/buch\/maria-stepanova-winterpoem-20-21-t-9783518225479\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Winterpoem 20\/21. <\/a><\/em>Aus dem Russischen von Olga Radetzkaja. Suhrkamp, Frankfurt am Main, 2023, 119 Seiten, Euro 22,\u2013<br><\/p>\n\n\n\n<p>Maria Stepanova: <em><a href=\"https:\/\/www.suhrkamp.de\/buch\/maria-stepanova-maedchen-ohne-kleider-t-9783518430606\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">M\u00e4dchen ohne Kleider.<\/a><\/em> Gedichte. 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