{"id":21354,"date":"2025-04-20T08:00:00","date_gmt":"2025-04-20T06:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/?p=21354"},"modified":"2025-04-20T12:18:56","modified_gmt":"2025-04-20T10:18:56","slug":"kawasser-besprechung-selbsterfindung-weltfindung-und-todesueberwindung-durch-poesie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/2025\/04\/20\/kawasser-besprechung-selbsterfindung-weltfindung-und-todesueberwindung-durch-poesie\/","title":{"rendered":"Selbsterfindung, Weltfindung und Todes\u00fcberwindung durch Poesie"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-medium-font-size\"><a href=\"https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/autor%e2%80%91innen-alte-seite\/kawasser-udo\/\">Udo&nbsp;Kawasser<\/a>&nbsp;liest&nbsp;Friederike Mayr\u00f6ckers&nbsp;<em>Gesammelte Gedichte 2004\u20132021<\/em><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text is-stacked-on-mobile\" style=\"grid-template-columns:38% auto\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"400\" height=\"635\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAAAAACH5BAEKAAEALAAAAAABAAEAAAICTAEAOw==\" data-src=\"https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/IMG_0145.jpeg\" alt=\"Cover \u201eGesammelte Gedichte 2004-2021\u201c von Friederike Mayr\u00f6cker\" class=\"wp-image-21357 size-full lazyload\" data-sizes=\"auto\" data-srcset=\"https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/IMG_0145.jpeg 400w, https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/IMG_0145-189x300.jpeg 189w, https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/IMG_0145-94x150.jpeg 94w, https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/IMG_0145-370x587.jpeg 370w, https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/IMG_0145-20x32.jpeg 20w, https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/IMG_0145-30x48.jpeg 30w\" sizes=\"(max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p>Wenn sich Friederike Mayr\u00f6cker mit etwas nicht abfinden konnte und wollte, dann war es mit dem Tod.\u00a0Obwohl sie\u00a0bis zuletzt produktiv\u00a0blieb\u00a0und ihm schreibend Tag f\u00fcr Tag, Monat f\u00fcr Monat, Jahr f\u00fcr Jahr\u00a0ein Schnippchen schlug, ereilte er sie\u00a0am 4.\u00a0Juni 2021 im hohen Alter von 96 Jahren.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><em>Cover \u00a9Suhrkamp Verlag<\/em><\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Ein sich \u00fcber achtzig Jahre erstreckender Fluss an Kreativit\u00e4t, wie ihn die deutsche Sprache bis dahin noch nicht gesehen hatte, kam\u00a0damit f\u00fcr immer\u00a0zum\u00a0Stillstand. Und\u00a0so gab\u00a0es\u00a0auf einmal\u00a0nicht nur ein erstes, sondern auch ein letztes\u00a0Gedicht\u00a0der Autorin. \u00dcber das erste sind wir schon seit 2004 unterrichtet, als Marcel Beyer die\u00a0<em>Gesammelten Gedichte 1939\u20132004<\/em>\u00a0zu Mayr\u00f6ckers 80.\u00a0Geburtstag herausgab. Es hei\u00dft \u201eAugust\u201c und wurde erst\u00a0sp\u00e4t,\u00a01995,\u00a0in einer Anthologie \u00fcber\u00a0<em>Erste Schreibversuche deutscher Schriftsteller<\/em>\u00a0ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-verse\"><strong>August<\/strong>\n\nmetallisch klingt der Morgen auf\nein Sehnen faszt die Welt\nda st\u00fcrzen L\u00fcfte sich zuhauf\nvon Silberseen umwellt\n \nein Fr\u00fchkusz st\u00fcrzt nachsommers\u00fcsz\nwie eine Sonn\u2019 herab\nein reifer Bl\u00fctenleib den blies\nder Wind ins Grab<\/pre>\n\n\n\n<p>Seltsam,&nbsp;wie schon im ersten gereimten Gedicht einer 14-J\u00e4hrigen der \u201ereife Bl\u00fctenleib\u201c ins \u201eGrab\u201c f\u00e4hrt, zumal&nbsp;man die&nbsp;sich in den folgenden Jahrzehnten entwickelnde Schreibkunst Mayr\u00f6ckers metaphorisch&nbsp;recht stimmig&nbsp;als ein st\u00e4ndiges Sprie\u00dfen und Bl\u00fctentreiben beschreiben&nbsp;k\u00f6nnte. Die bl\u00fchende Flora blieb eine Konstante in ihrem Werk,&nbsp;und nicht von ungef\u00e4hr kommt einem ihr unvergleichlicher Dreizeiler vom 21.2.1978 in den Sinn, der Goethes&nbsp;\u201eWandrers Nachtlied\u201c&nbsp;anzitiert:<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-verse\">es sprieszen immerfort die sanften\nToten aus Blume Baum Geb\u00fcsch und Wald  \/  bald\nmeinen Schatten wirft ein Fliederbaum<\/pre>\n\n\n\n<p>Und nun\u00a0gibt es\u00a0mit den wieder von Marcel Beyer herausgegebenen <em>Gesammelten Gedichten 2004\u20132021<\/em>\u00a0auch ein letztes Gedicht, n\u00e4mlich vom 15.1.2021, das den\u00a0von der ersten Verszeile geborgten Titel \u201eLiebling Knospe (von Mai)\u201c tr\u00e4gt. Beyer schreibt, es sei der letzte von Mayr\u00f6cker geschriebene Text, den er nach einer von\u00a0ihrer Freundin\u00a0Edith Schreiber aufgenommenen Fotografie der Handschrift transkribiert habe. Frappierend die Wiederkehr eines Monatsnamens\u00a0im Titel,\u00a0in diesem Fall\u00a0des \u201eMai\u201c, und auch die Erw\u00e4hnung der Flora. Der 22 Zeilen lange Text, der eine Fahrt mit dem \u201ecity\u00a0liner\u00a0vom Schwedenplatz nach Bratislava, wo\u00a0\/\u00a0Lida\u00a0Jurinova\u00a0uns erwartet\u201c evoziert, endet mit den folgenden Versen:<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-verse\">(\u2026) Lida Jurinova\nhaucht uns an \u00abseit ihr schon geimpft?\u00bb <em>lange rufend: lange in\nMaurice Blanchot gelesen<\/em>, etc.,\n                                     <em>wegen der Erw\u00e4hnung meines\nTodes<\/em> ..... endlich gleiten wir mit dem city liner nach Wien-\nSchwedenplatz zur\u00fcck. Ich meine, so Lida Jurinova, ich\n<em>ich mein Aug\u00e9.<\/em><\/pre>\n\n\n\n<p>Und wieder die Pr\u00e4senz des Todes, diesmal aber auf sich selbst bezogen, knapp f\u00fcnf Monate vor dem&nbsp;Ableben&nbsp;der Autorin.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Eine Ausgabe mit Fragezeichen<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Zum\u00a0100.\u00a0Geburtstag Friederike Mayr\u00f6ckers\u00a0bringt Suhrkamp nun also <em>Gesammelte Gedichte\u00a0<\/em>von\u00a02004 bis 2021\u00a0auf den Markt. Was als\u00a0Erstes auff\u00e4llt, ist das Cover, das ein Foto Mayr\u00f6ckers mit schwarzer Brille aus den letzten Lebensjahren ziert. Obwohl es marketingtechnisch\u00a0bis zu einem gewissen Grad\u00a0verst\u00e4ndlich ist, fragt man sich, ob es wirklich notwendig war, von der jahrzehntelangen Covergestaltung\u00a0mit\u00a0Schrift abzugehen, wie sie\u00a0beispielsweise den\u00a0vorz\u00fcglichen Schutzumschlag der\u00a0<em>Gesammelten Gedichte 1939\u20132004<\/em> auszeichnet\u00a0und\u00a0die\u00a0wohl\u00a0den\u00a0W\u00fcnschen\u00a0der Autorin entsprach.\u00a0Schl\u00e4gt man das Buch auf, stellt man erstaunt fest, dass es,\u00a0abgesehen von Marcel Beyers Nachwort,\u00a0nur\u00a0aus drei Teilen besteht.\u00a0Erstens aus\u00a0dem\u00a0Gedichtband\u00a0<em>dieses J\u00e4ckchen (n\u00e4mlich) des Vogel Greif<\/em>\u00a0von 2009, der zwei Drittel des Gesamtumfangs einnimmt, zweitens\u00a0aus dem\u00a02012 in der Insel B\u00fccherei erschienen B\u00e4ndchen\u00a0<em>Von den Umarmungen<\/em>, das gerade mal 28 Gedichte enth\u00e4lt,\u00a0und drittens\u00a0aus\u00a0<em>Verstreut ver\u00f6ffentlichten und unver\u00f6ffentlichten Gedichten\u00a0und\u00a0Pro\u00ebmen<\/em>, die 111 Seiten beanspruchen.\u00a0Auch wenn der 100.Geburtstag nur wenig Vorlauf erm\u00f6glichte,\u00a0bedarf\u00a0es\u00a0einer bestimmten\u00a0verlegerischen\u00a0Chuzpe, um\u00a0dem letzten gro\u00dfen Gedichtband von Mayr\u00f6cker ein\u00a0einziges\u00a0Minib\u00fcchlein und gut 100 Seiten verstreut Publiziertes hinzuzuf\u00fcgen und das unter dem Titel \u201eGesammelte Gedichte\u201c zu verkaufen. Ein Schnellschuss, der einiges an Unstimmigkeit\u00a0mit sich f\u00fchrt,\u00a0was\u00a0sowohl die geringe Auswahl an neuen Gedichten, aber auch den Ausschluss der Trilogie\u00a0<em>\u00e9tudes,\u00a0cahier\u00a0<\/em>und\u00a0<em>fleurs<\/em> betrifft, die Mayr\u00f6cker als\u00a0<em>Pro\u00ebme<\/em>, also\u00a0eine Mischung aus Poem und Prosa,\u00a0konzipiert\u00a0hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach Beyers Auskunft im Nachwort\u00a0sei\u00a0es noch nicht abzusehen, wann\u00a0die Aufarbeitung von\u00a0Mayr\u00f6ckers Nachlass aus den beiden Wohnungen in der\u00a0Wiener\u00a0Zentagasse abgeschlossen sein werde. Bis\u00a0August 2024\u00a0seien 1000 Archivboxen\u00a0vorgeordnet worden, was etwa \u201edrei Vierteln des Gesamtbestandes\u201c entsprechen soll. Selbstverst\u00e4ndlich betrifft davon nur ein Bruchteil die letzten 17 Schaffensjahre der Autorin, die mit 20 ver\u00f6ffentlichten B\u00e4nden\u00a0allerdings \u00e4u\u00dferst produktiv waren. Die Ausbeute von 111 verstreuten Gedichten bei der notorischen Vielschreiberin Mayr\u00f6cker scheint da doch eher gering. Allein\u00a070 Seiten davon\u00a0entfallen\u00a0auf die Jahre 2009, als\u00a0Mayr\u00f6cker auch\u00a0<em>dieses J\u00e4ckchen (n\u00e4mlich) des Vogel Greif\u00a0<\/em>abschloss, bis 2011, als sie mit\u00a0dem ersten Band der Trilogie\u00a0<em>\u00e9tudes<\/em>\u00a0begann.\u00a0Nur 40 Seiten f\u00fcr die n\u00e4chsten zehn Jahre\u00a0sind\u00a0da eine eher schwache Bilanz.\u00a0Es ist zu erwarten, und das\u00a0spricht\u00a0Beyer\u00a0auch\u00a0explizit aus, dass\u00a0die \u201efortgesetzte Erschlie\u00dfung des literarischen Nachlasses von Friederike Mayr\u00f6cker in Zukunft mit Sicherheit weitere bislang unbekannte Texte ans Licht bringen\u201c\u00a0wird.\u00a0Die hier im Band ver\u00f6ffentlichten verstreuten Gedichte bedeuten\u00a0also nur eine Art Zwischenbilanz. Und die Frage stellt sich, warum man\u00a0erstens\u00a0nicht noch\u00a0etwas\u00a0zugewartet hat, um durch einen gr\u00f6\u00dferen Umfang die Publikation von\u00a0<em>Gesammelten Gedichten<\/em>\u00a0<em>2004\u20132021<\/em>\u00a0zu rechtfertigen,\u00a0und zweitens\u00a0nicht\u00a0die Trilogie daf\u00fcr miteinbezogen hat.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Das Problem mit den Etikettierungen<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Und damit sind wir beim\u00a0zweiten\u00a0Dilemma\u00a0dieser\u00a0Sammlung, das\u00a0seinen Ursprung\u00a0in der gro\u00dfen\u00a0Ver\u00e4nderung in Mayr\u00f6ckers Schreiben in ihrem letzten Lebensjahrzehnt\u00a0hat. Es ist\u00a0vielsagend, wie minuti\u00f6s und ausf\u00fchrlich Beyer in seinem Nachwort die Entwicklung der\u00a0<em>Pro\u00ebme<\/em>\u00a0bei Mayr\u00f6cker, also einer zwischen Poem und Prosa liegenden Form des Schreibens\u00a0seit den\u00a01990er Jahren,\u00a0rekonstruiert. Urspr\u00fcnglich war\u00a0die Autorin\u00a0mit dem Kofferwort\u00a0<em>Pro\u00ebm<\/em>\u00a0schon\u00a0Mitte der\u00a01960er Jahre durch die  ersten deutschen\u00a0Publikationen des von ihr sehr gesch\u00e4tzten franz\u00f6sischen Dichters Francis\u00a0Ponge\u00a0in Kontakt gekommen. Es taucht bei ihr zum ersten Mal\u00a01991 im \u201ePro\u00ebm\u00a0von den Tapisserien, oder TINTE MEINES WESENS (Kleist)\u201c auf. Diesem Text folgte\u00a0eine ganze Reihe weiterer\u00a0Pro\u00ebme, die sie aber\u00a0als\u00a0Prosa ansah und im Blocksatz in die\u00a0<em>Magischen Bl\u00e4tter IV<\/em> von 1995 aufnahm.\u00a0Allerdings findet sich im\u00a0nur ein Jahr sp\u00e4ter ver\u00f6ffentlichten Gedichtband\u00a0<em>Das besessene Alter<\/em>\u00a0das \u201ePro\u00ebm\u00a0von der versp\u00e4teten Schwalbe\u201cund weitere\u00a0Pro\u00ebme, die dort in Verse umgebrochen und im Flattersatz nachzulesen sind.<\/p>\n\n\n\n<p>In\u00a0den\u00a0<em>Gesammelten Gedichten 1939\u20132004<\/em>\u00a0schrieb Beyer\u00a0noch etwas\u00a0\u201evorschnell\u201c, wie er es\u00a0im Nachwort des neuen Bands\u00a0formuliert, dass es\u00a0bei Mayr\u00f6cker\u00a0\u201eso gut wie nie auch nur den leisesten Zweifel [gebe], ob ein Text als Gedicht oder als Prosa aufzufassen sei\u201c. Diese Aussage\u00a0sei\u00a0nun\u00a0nach 2004 nicht mehr aufrechtzuerhalten. Es lasse\u00a0sich\u00a0beobachten, wie\u00a0die Dichterin\u00a0eine neue Textform entwickelt habe, die weder \u201eProsagedicht\u201c noch \u201elyrische Prosa\u201c sei.\u00a0Vielmehr handle es sich um eine Textsorte, die \u201e\u2013 hinreichend stabil wie ebenso hinreichend elastisch, por\u00f6s \u2013 ann\u00e4hernd alle Gattungen und Genres einschlie\u00dfen kann, denen sich Friederike Mayr\u00f6cker in ihrem langen Schreibleben zugewandt hat\u201c. Interessant und aufschlussreich\u00a0ist\u00a0auch\u00a0die Interpretation, die Beyer dieser neuen Textsorte gibt, denn er sieht darin eine Reaktion Mayr\u00f6ckers auf\u00a0ihre\u00a0knapper werdende Lebenszeit. Um das zu verstehen, aktiviert er eine zweite Bedeutung des franz\u00f6sischen Worts \u201epro\u00eame\u201c, das n\u00e4mlich auch \u201ePro\u00f6mium\u201c im Sinne eines Vorspiels oder Auftakts bedeuten kann. Die zwischen 2011 und 2014 entstandenen\u00a0Pro\u00ebme\u00a0f\u00fcr die B\u00e4nde <em>\u00e9tudes<\/em>,\u00a0<em>cahier<\/em>\u00a0und\u00a0<em>fleurs<\/em>\u00a0w\u00fcrden \u201eeine unabschlie\u00dfbare Folge von Vorspielen, einleitenden\u00a0Ges\u00e4ngen weniger zu einem\u00a0,nichtgeschriebenen Werk\u2018,\u00a0als dass sie eine Perspektive auf ein\u00a0,noch zu schreibendes Werk\u2018\u00a0hin entwerfen. Der Gesang hebt unabl\u00e4ssig von Neuem an und setzt so ein Signal des Weiterschreibens \u2013 eines ewigen Weiterschreibens.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Interpretation hat viel f\u00fcr sich, zumal wenn man sich in Erinnerung ruft, dass Mayr\u00f6cker mit der von der Avantgarde geforderten Aufhebung der Trennung zwischen Leben und Kunst radikal ernst gemacht hatte.&nbsp;Allerdings war&nbsp;ihr&nbsp;auch schmerzlich bewusst, dass sich Leben und Schreiben nicht v\u00f6llig zur Deckung bringen lassen.&nbsp;<em>\u201e<\/em>Der&nbsp;Biographielosigkeit als Haltung stehen die Texte gegen\u00fcber, denen man als Autor einfach nicht entkommt. In ihnen wuchert r\u00fccksichtslos die eigene Vergangenheit<em>\u201c,<\/em>&nbsp;so&nbsp;Mayr\u00f6cker,.&nbsp;Dennoch gibt es wohl nur wenige Beispiele in der j\u00fcngeren Literaturgeschichte, in&nbsp;denen&nbsp;so&nbsp;grunds\u00e4tzlich&nbsp;versucht wurde, das Leben im Schreiben aufgehen zu lassen. Die wuchernden Zettelhalden und -haufen in Mayr\u00f6ckers Wohnung etwa, die fast jegliche praktische Verwendung der R\u00e4ume behinderten, sind legend\u00e4r und illustrieren diesen Versuch aufs Eindringlichste.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem Marcel Beyer\u00a0im Nachwort so\u00a0kompetent und ausf\u00fchrlich\u00a0\u00fcber die Entwicklung der\u00a0Pro\u00ebme\u00a0und ihren Zwittercharakter berichtet, ist es\u00a0dann\u00a0doch \u00fcberraschend, dass die\u00a0Trilogie\u00a0aus den\u00a0<em>Gesammelten Gedichten<\/em>\u00a0ausgeschlossen wurde. F\u00fcr\u00a0seine\u00a0Entscheidung \u2013\u00a0oder war es doch eher die des Verlags? \u2013\u00a0spricht, dass Mayr\u00f6cker selbst diese B\u00fccher\u00a0als\u00a0Prosab\u00e4nde angesehen\u00a0hat, dagegen spricht\u00a0allerdings, dass\u00a0in die\u00a0<em>Gesammelten\u00a0Gedichte<\/em>\u00a0sehr wohl\u00a0Gedichte und\u00a0<em>Pro\u00ebme<\/em> aus dem Umfeld dieser Werkphase aufgenommen wurden und selbst schon im\u00a0Gedichtband\u00a0<em>dieses\u00a0J\u00e4ckchen\u00a0(n\u00e4mlich)\u00a0des Vogel\u00a0Greif\u00a0<\/em>Texte wie beispielsweise \u201eElegie auf\u00a0Jorie Graham\u201c (S.\u00a0274) oder \u201eVergletscherung des Herzens, oder ABSENZ\u201c (S.\u00a0295)\u00a0enthalten sind, die dieselben\u00a0literarischen Qualit\u00e4ten wie die\u00a0Pro\u00ebme\u00a0in der Trilogie aufweisen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die verstreuten Gedichte<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Die etwas unbefriedigende Herausgabepolitik soll uns aber nicht\u00a0davon\u00a0abhalten, abschlie\u00dfend noch einen\u00a0kurzen\u00a0Blick auf die gut 100 Seiten\u00a0mit\u00a0neuen\u00a0Gedichten\u00a0zu werfen.\u00a0Das aus den\u00a0fr\u00fcheren\u00a0B\u00e4nden bekannte\u00a0\u201eInventar\u201c\u00a0von Freund*innen und K\u00fcnstler*innen wie Edith Stein, Christel Fallenstein, Elisabeth von Samsonow, Linde\u00a0Waber\u00a0und Ernst Jandl hat auch in diesen Gedichten ihren Auftritt bzw. sind die Gedichte diesen Personen\u00a0gewidmet. Vor allem 2010, als sich Jandls Todestag zum zehnten Mal j\u00e4hrte,\u00a0entstanden mehrere Gedichte\u00a0mit Jandl-Bezug, darunter eines,\u00a0das im Titel direkt darauf\u00a0anspielt\u00a0(\u201ezum 10.Todestag von Ernst Jandl\u201c).\u00a0Es wird durch ein\u00a0H\u00f6lderlin-Zitat aus dem\u00a0<em>Tod des\u00a0Empedokles<\/em> eingeleitet,\u00a0das\u00a0an\u00a0den Sprung des \u201egrosze[n] Sizilianers\u201c in den \u00c4tna\u00a0erinnert\u00a0und damit Jandls Tod mit dem des Philosophen\u00a0zusammendenkt:<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-verse\">ist dir was so frag ich ihn, ich bin so allerhand, bin in den Berg\nhineingeritten. Er ist sehr still ich lieb ihn weil er still ist,\ner leckt die Steine ab in seinem Grab dasz sie von neuem gl\u00e4nzen\nsollen (\u2026) er\nspricht kein Wort zu mir er blickt mich an gebrochnen Auges, sein\nK\u00e4mmerchen aus Schlamm und Regenbogen \u2013 ob ich ihn je gekannt, fra-\nge ich mich (\u2026)<\/pre>\n\n\n\n<p>Wie schon in den Jahrzehnten davor sind&nbsp;die meisten&nbsp;Gedichte von Erinnerungssplittern durchsetzt,&nbsp;und nicht verwunderlich geht die Autorin auch ganz an den Anfang ihres Lebens zur\u00fcck:<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-verse\">engelgleich n\u00e4mlich ein joint,\nich meine der Engel heftige Natur usw.,\n20. Dezember 1924 etwa zur 14. Stunde kam ich auf die Welt: die\nHebamme hob mich hoch und sagte \u00abEngelgotteskind\u00bb (\u2026) das\nunfaszbare (das blutige) war geschehen : ich war geboren : es\nhatte mich vorher noch nie gegeben (\u2026) violette Str\u00e4usze\nv. Engelchen usw., ich weidete in Poesie n\u00e4mlich ich war nicht\nv. dieser Welt\n \n                                      8.11.2019, 2 Eichenhaine\n                                      umfingen mich, n\u00e4mlich\n                                      man hatte mich, konstruiert,<\/pre>\n\n\n\n<p>Das Gedicht endet mit einem Komma, das ein m\u00f6gliches Weiterschreiben suggeriert&nbsp;und sich somit in den gro\u00dfen, das Leben ins Schreiben und das Schreiben ins Leben verwandelnden Sprachstroms Mayr\u00f6ckers einf\u00fcgt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>In einem anderen Gedicht vom 14.1.2012, das wegen seiner zumeist\u00a0einzeiligen Strophen auch formal au\u00dfergew\u00f6hnlich ist, thematisiert sie\u00a0den Schreibprozess\u00a0selbst:\u00a0\u201emitten in einer Gedichtzeile halte ich inne und\u00a0weisz\u00a0es ist der\/falsche Weg\u201c.\u00a0W\u00e4hrend\u00a0es\u00a0f\u00fcr gew\u00f6hnlich\u00a0den Anschein hat, dass\u00a0die\u00a0Mayr\u00f6ckersche\u00a0Sprache\u00a0ungehemmt\u00a0flie\u00dft und dabei\u00a0die\u00a0unwahrscheinlichsten\u00a0Spr\u00fcnge\u00a0vollzieht, setzt dieser Text immer wieder neu an,\u00a0parallelisiert Gehen und Schreiben, macht das Scheitern selbst zum\u00a0Gedicht und endet mit der Erkenntnis:<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-verse\">pl\u00f6tzlich mitten im Schreiben eines Gedichts halte ich inne und\nweisz : hier Sperrzone<\/pre>\n\n\n\n<p>Auch das eigene Altern wird penibel als Irritation festgehalten. So\u00a0hebt\u00a0ein\u00a0titelloses\u00a0vierstrophiges\u00a0Gedicht\u00a0am 31.3.2020 mit\u00a0einer dieser spielerisch leichten Zeilen\u00a0an,\u00a0die der Autorin\u00a0bis zuletzt\u00a0wie selbstverst\u00e4ndlich von der Hand gingen\u00a0und\u00a0mit ihren synkopierten Bildern\u00a0den charakteristischen\u00a0Mayr\u00f6ckerton\u00a0anschlagen: \u201eSpielzeug Sperling da ich jung war, das\u00a0Alter\u201c. Nach\u00a0einem\u00a0Doppelpunkt wird sogleich n\u00e4her erl\u00e4utert,\u00a0auf welche Art\u00a0dieses \u201eAlter\u201c wahrgenommen wird:<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-verse\">Spielzeug Sperling da ich jung war, das Alter : stufenweises \n     Zur\u00fcck-\ntreten aus der Erscheinung, ich meine wenn ich eine Fotografie v.\n     damals,\nes st\u00f6szt mich zur\u00fcck usw., ein Zittern und Fliegen jetzt die \n     ausgefalle-\nnen Haare : Alphabet in der Waschsch\u00fcssel [\u2026]<\/pre>\n\n\n\n<p>Der von der Sprache\u00a0besessenen\u00a0Autorin\u00a0werden auch die ausgefallenen Haare zur Schrift und n\u00e4hren\u00a0so\u00a0dieses Gedicht, das\u00a015 Monate vor ihrem Tod entstand.\u00a0Mit der n\u00e4chsten Strophe\u00a0taucht\u00a0der Text\u00a0in\u00a0eine konkrete Erinnerung\u00a0ein:<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-verse\">am fr\u00fchen Abend im Lehnstuhl eingenickt oder\nabgest\u00fcrzt in Abst\u00fcrzen aufgewacht, ich hatte\neine Grosztante ihr Name Emilie Stary, was alt\nheiszt, ich besuchte sie als ich ein Kind war,\nich trat ans Fenster des kl. Zimmers, in dem sie\nlag (Scholzgasse 16, 2.Bezirk),<\/pre>\n\n\n\n<p>Es ist ber\u00fchrend zu\u00a0lesen, wie Mayr\u00f6cker sich dem Vergehen entgegenstemmt,\u00a0im Bewusstsein, dass mit dem eigenen Erl\u00f6schen auch viele Erinnerungen unrettbar verschwinden werden,\u00a0wie sie durch die genaue Verortung der Erinnerung mittels der Adresse auch noch der \u201eGrosztante\u00a0Stary\u201c eine kleine Chance auf Unsterblichkeit erm\u00f6glicht. Das Gedicht endet nach einer weiteren Reminiszenz an ein eigenes Gedicht \u00fcber das Alter aus den 50-er Jahren damit, dass sie die eigene Jugend und die Erinnerung daran mit Hilfe des Schreibens\u00a0kurzschlie\u00dft und als m\u00f6gliche Fiktion entlarvt:<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-verse\">was f\u00fcr eine Blume damals an meiner Wange? war\nsie an meine Wange gemalt gewesen? hatte ich sie\nmir nur erdichtet?<\/pre>\n\n\n\n<p>Und so \u00f6ffnen sich Seite\u00a0um\u00a0Seite die\u00a0bisher unver\u00f6ffentlichten Texte\u00a0als\u00a0mehr oder weniger disparate\u00a0Sprachkosmen, die\u00a0die Leser und Leserinnen\u00a0zum Verweilen und zum tieferen Eindringen einladen.\u00a0Selbsterfindung, Weltfindung und Todes\u00fcberwindung durch Poesie\u00a0pr\u00e4gen Mayr\u00f6ckers Schreiben. Wie selten bei einer Autorin\u00a0lassen sich die chronologisch geordneten Texte als Ringen\u00a0im Spannungsfeld dieses\u00a0Dreiecks\u00a0lesen, wobei das\u00a0Ringen zur Freude aller Leser*innen\u00a0von Mayr\u00f6cker\u00a0als \u201eSprachfeier\u201c zelebriert wird.\u00a0In ihr kommt zum Ausdruck, was Julian Nida-R\u00fcmelin und Nathalie Weidenfeld k\u00fcrzlich im Standard als \u201emenschliche Sehnsucht nach einer magischen Welt, in der Alter, Schw\u00e4che, Verwundbarkeit und sogar der Tod aufgehoben sind\u201c bezeichneten. Nur, dass sie mit dieser Aussage nicht Literatur oder Kunst, sondern die digitale, KI-gest\u00fctzte Welt meinten, mit der\u00a0das\u00a0Silicon Valley die Menschheit zwangsbegl\u00fcckt. Wer lieber dem Analogen\u00a0vertraut, mag es mit Friederike Mayr\u00f6cker versuchen. Die <em>Gesammelten<\/em>\u00a0<em>Gedichte 2004\u20132021<\/em>\u00a0zeugen\u00a0jedenfalls\u00a0von der bis kurz vor ihrem Tod ungebrochenen Schaffenskraft\u00a0der Dichterin.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Friederike Mayr\u00f6cker:&nbsp;<em><a href=\"https:\/\/www.suhrkamp.de\/buch\/friederike-mayroecker-gesammelte-gedichte-t-9783518432075\">Gesammelte Gedichte 2004\u20132021<\/a><\/em>.&nbsp;Hg. von Marcel Beyer, Suhrkamp, Berlin, 2024.&nbsp;560 Seiten. 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