{"id":21689,"date":"2025-05-10T08:00:00","date_gmt":"2025-05-10T06:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/?p=21689"},"modified":"2025-05-09T12:56:04","modified_gmt":"2025-05-09T10:56:04","slug":"breitenfellner-besprechung-das-toetliche-hat-immer-mitgedichtet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/2025\/05\/10\/breitenfellner-besprechung-das-toetliche-hat-immer-mitgedichtet\/","title":{"rendered":"Das T\u00f6tliche hat immer mitgedichtet"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-medium-font-size\">Ein Essay zum 150. Geburtstag Rainer Maria Rilkes anhand von zwei neuen Biografien von <a href=\"https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/autor%e2%80%91innen-alte-seite\/breitenfellner-kirstin\/\">Kirstin Breitenfellner<\/a><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text is-stacked-on-mobile\" style=\"grid-template-columns:43% auto\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"260\" height=\"408\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAAAAACH5BAEKAAEALAAAAAABAAEAAAICTAEAOw==\" data-src=\"https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Cover-22Rilke-Dichter-der-Angst22-Manfred-Koch.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-21695 size-full lazyload\" data-sizes=\"auto\" data-srcset=\"https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Cover-22Rilke-Dichter-der-Angst22-Manfred-Koch.jpeg 260w, https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Cover-22Rilke-Dichter-der-Angst22-Manfred-Koch-191x300.jpeg 191w, https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Cover-22Rilke-Dichter-der-Angst22-Manfred-Koch-96x150.jpeg 96w, https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Cover-22Rilke-Dichter-der-Angst22-Manfred-Koch-20x31.jpeg 20w, https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Cover-22Rilke-Dichter-der-Angst22-Manfred-Koch-31x48.jpeg 31w\" sizes=\"(max-width: 260px) 100vw, 260px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p>Der 150. Geburtstag Rainer Maria Rilkes j\u00e4hrt sich zwar erst am 4. Dezember, aber das Jubeljahr f\u00fcr den international wohl bekanntesten Dichters deutscher Sprache hat bereits mit Januar begonnen. Wo viel Ruhm ist, ist auch Kritik nie weit. Bei Rilke tritt sie oft in der Form von Naser\u00fcmpfen auf. \u201eZur Bedeutung des Belanglosen\u201c titeln etwa die Feldkircher Literaturtage 2025 und setzen mit dem Slogan \u201eWas k\u00fcmmert uns Rilke\u201c noch eins drauf. Zumindest k\u00fcmmert der Dichter soweit, sich mit ihm zu besch\u00e4ftigen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Cover \u00a9 C.H.Beck <\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Ja, Rilkes Lyrik ziert Kalenderbl\u00e4tter, den Arm von Popstar Lady Gaga als Tattoo und erlebt auf Instagram einen wahren Hype. Aber kann man daraus Schlussfolgerungen \u00fcber den mangelnden Wert seines Werks ziehen?&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Unbestritten ist die kulturhistorische Bedeutung der Figur Rainer Maria Rilkes in der europ\u00e4ischen Kulturlandschaft seiner Zeit. Er wurde nur 51 Jahre alt, war aber nicht nur mit unz\u00e4hligen Kulturschaffenden und Politikern seiner Zeit bekannt und befreundet, sondern schrieb auch in zwei Sprachen. Und hinterlie\u00df, was selbst Lyrikaffinen oft nicht bekannt ist, \u00fcber 400 Gedichte auf Franz\u00f6sisch, die immerhin die Anerkennung von Andr\u00e9 Gide erlangten.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Seinem Leben sind deswegen gleich zwei umfangreiche, im Fr\u00fchjahr erschienene Biografien gewidmet, die unterschiedlicher nicht sein k\u00f6nnten. Sandra Richters \u201eRainer Maria Rilke oder Das offene Leben. Eine Biographie\u201c erhielt bislang mehr Aufmerksamkeit. Deswegen sei mit ihr begonnen. Schon der Titel der zweiten Biografie, Manfred Kochs \u201eRilke. Dichter der Angst. Eine Biographie\u201c deutet auf eine andere Zielrichtung hin. Das Offene versus die Angst. Vermutlich stimmt beides. Aber trotzdem gelingt es Koch, so viel sei hier schon verraten, auf viel tiefgr\u00fcndigere Weise, das Werden und Wollen Rilkes auf den Punkt zu bringen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Fluide Geschlechtlichkeit<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text has-media-on-the-right is-stacked-on-mobile\" style=\"grid-template-columns:auto 44%\"><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p>\u201eOffen sein und schreiben, mehr wollte Rilke nicht: ein bescheidener und zugleich anspruchsvoller Wunsch.\u201c Mit diesem Satz hebt Richters Biografie an, um gleich im dritten Absatz Theodor W. Adornos Kritik an Rilkes Gedichten als \u201eprotofaschistisch\u201c zu zitieren. \u201eRilke dichte br\u00e4unlichen Kitsch f\u00fcr eine kulturell ignorante ,Konsumgesellschaft\u2018, verfertigte Trostspr\u00fcche als ,Massenartikel\u2018, schimpfte Adorno.\u201c Ganz sicher hat Adorno damit bis zu den heutigen Ver\u00e4chtern des \u201eBelanglosen\u201c die Rilke-Rezeption beeinflusst. Aber beide vorliegenden Biografien geben ihm damit nicht recht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Cover \u00a9 Suhrkamp\/ Insel Verlag<\/p>\n<\/div><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"400\" height=\"635\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAAAAACH5BAEKAAEALAAAAAABAAEAAAICTAEAOw==\" data-src=\"https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/rainer-maria-rilke-oder-das-offene-leben_9783458644828_cover.jpg\" alt=\"Cover &quot;Rainer Maria Rilke oder Das offene Leben&quot;-Sandra Richter\" class=\"wp-image-21697 size-full lazyload\" data-sizes=\"auto\" data-srcset=\"https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/rainer-maria-rilke-oder-das-offene-leben_9783458644828_cover.jpg 400w, https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/rainer-maria-rilke-oder-das-offene-leben_9783458644828_cover-189x300.jpg 189w, https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/rainer-maria-rilke-oder-das-offene-leben_9783458644828_cover-94x150.jpg 94w, https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/rainer-maria-rilke-oder-das-offene-leben_9783458644828_cover-370x587.jpg 370w, https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/rainer-maria-rilke-oder-das-offene-leben_9783458644828_cover-20x32.jpg 20w, https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/rainer-maria-rilke-oder-das-offene-leben_9783458644828_cover-30x48.jpg 30w\" sizes=\"(max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Den Aufstieg der Nationalsozialisten und ihre grausame Politik zu erleben blieb Rilke erspart, der am 26. Dezember 1926 starb. Und wer an ihn ankn\u00fcpft, kann sich getrost als in der Tradition der Moderne stehend einordnen. Schlie\u00dflich schrieb Rilke mit den \u201eAufzeichnungen des Malte Laurids Brigge\u201c von 1910, die in den Pariser Elendsvierteln einsetzen, einen der ersten europ\u00e4ischen Romane der Epoche.<\/p>\n\n\n\n<p>Sandra Richter, Direktorin des Deutschen Literaturarchivs in Marbach, beschreibt sein Leben anhand von f\u00fcnf Werkphasen, wobei die Werke selbst erstaunlich wenig Platz einnehmen. Man sollte sie also kennen \u2013 oder gewillt sein, ein Dichterleben ohne Werkbezug zu konsumieren. Spannend bleibt es allemal. Die Frauen in Rilkes Leben werden hingegen gut beleuchtet, beginnend mit der schillernden Mutter Phia Rilke, die den kleinen Ren\u00e9 (als Ersatz f\u00fcr seine fr\u00fch verstorbene Schwester) in M\u00e4dchenkleider steckt und ihm so eine fluide Geschlechtlichkeit verpasst, die er bis zum Lebensende bejahen sollte. Gemeinsam mit seiner Geliebten und Wahlmutter Lou Andreas-Salom\u00e9 \u2013 Rilke f\u00fchlte sich zu \u00e4lteren Frauen hingezogen, aber auch zu M\u00e4dchen an der Schwelle zum Frausein \u2013 bekannte er sich noch als Erwachsener zur \u201eProduktivit\u00e4t der Doppelgeschlechtlichkeit\u201c. Kein Wunder, dass er den Drill in der Milit\u00e4rschule in St. P\u00f6lten nicht aushielt.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Poet des Unbewussten<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Sein Leben auch nur in Ans\u00e4tzen nachzuerz\u00e4hlen, w\u00fcrde den Rahmen dieses Essays sprengen, deswegen seien hier nur Eckpunkte genannt. Er verkehrte in der K\u00fcnstlerkolonie Worpswede, wo er seine sp\u00e4tere Frau kennenlernte, er besuchte mit Lou Andreas-Salom\u00e9 Tolstoi in Russland, erlebte seinen Durchbruch als Vortragender in Wien, arbeitete als Sekret\u00e4r von Auguste Rodin, \u00fcbersetzte Baudelaire, Proust und Gide, Dante und D\u2019Annunzio, war befreundet mit Walther Rathenau und Sophie Liebknecht, stand im \u201eEpizentrum der fr\u00fchen Psychoanalyse\u201c, verweigerte aber selbst eine solche, um seine Kreativit\u00e4t zu sch\u00fctzen. Tats\u00e4chlich habe er, meint Richter, die bipolare St\u00f6rung seiner jungen Jahre \u201ebis zu einem gewissen Grad\u201c ausgleichen k\u00f6nnen \u2013 und wurde dennoch oder gerade deswegen ein \u201ePoet des Unbewussten\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Rilke war beeinflusst von der Lebensreformbewegung, ern\u00e4hrte sich vegetarisch, nahm gerne \u201eLuftb\u00e4der\u201c und ging barfu\u00df. \u00d6sterreicher dem Pass nach, scherte er sich nicht um Nationalit\u00e4ten, sondern lebte in Deutschland, Schweden, Italien, Frankreich und der Schweiz, bereiste Russland, Spanien und \u00c4gypten und siedelte seinen \u201eMalte\u201c in D\u00e4nemark an \u2013 ein \u00fcberzeugter Europ\u00e4er. Er pflegte mit seiner Tochter Ruth, um die sich zu k\u00fcmmern ihm seine Berufung zum Dichter (oder sein Narzissmus) verbot, eine witzige \u201eBriefvaterschaft\u201c und lie\u00df ihr eine seiner eigenen entgegengesetzte Schulbildung zukommen \u2013 gepr\u00e4gt von der reformp\u00e4dagogischen Bewegung.<\/p>\n\n\n\n<p>Rilkes Impulse zu schreiben, konstatiert Richter, \u201espeisen sich zwar aus dem D\u00fcsteren und Unverarbeiteten, aber dieses transzendierte er, sodass es schien, als hafte selbst dem Abscheulichsten Sch\u00f6nes an\u201c. Dabei habe er sich herausgenommen, das Dasein zu r\u00fchmen, seine sch\u00f6nen Seiten zu preisen, \u201eohne die schwierigen zu verschweigen\u201c \u2013 als eigene Ausdrucksform gegen die Widrigkeiten der Au\u00dfenwelt\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei unterst\u00fctzten ihn stets starke Frauen. Seine erste Freundin in Prag, Valerie von David-Rohnfeld, Lou Andreas-Salom\u00e9, seine Frau, die Bildhauerin Clara Rilke-Westhoff, die Reformp\u00e4dagogin und Feministin Ellen Key, M\u00e4zeninnen wie Marie von Thurn und Taxis, auf deren Schloss Duino er die ber\u00fchmten Elegien begann, die Verlegerin Katharina Kippenberg und zuletzt die K\u00fcnstlerin Baladine Klossowska, ohne die das Sp\u00e4twerk undenkbar w\u00e4re.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Richter schildert Rilke, den selbsterkl\u00e4rten Einsamen, der als Fr\u00fchchen auf die Welt kam, als ebenso zart wie robust \u2013 ein \u201eZentralgestirn der zeitgen\u00f6ssischen Gesellschaft und des Literaturbetriebs, umtriebig und mit vielen verbunden\u201c, der auch als Lektor, Scout, Influencer und \u00dcbersetzer t\u00e4tig war.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Sinnstifter in der D\u00fcsternis der entg\u00f6tterten Moderne&nbsp;<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>\u201eRilke bot sich immer an als Sinnstifter in der D\u00fcsternis der entg\u00f6tterten Moderne, darauf beruhte seine immense Wirkung auf eine weltweite Leserschaft\u201c, schreibt der Germanist Manfred Koch, der heute mit seiner Frau Angelika Overrath eine Schule f\u00fcr Kreatives Schreiben im Engadin leitet, im Vorwort seiner Biografie. Im Zentrum dieser steht nicht das Leben des Autors, sondern dessen Niederschlag im Werk.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Koch setzt daher auch in Paris im Jahr 1902 ein, wo der 26-j\u00e4hrige Dichter Rilke sein gr\u00f6\u00dftes Prosawerk, den \u201eMalte\u201c, begann. Dieser Zugang erweist sich als fruchtbarer, das Ph\u00e4nomen Rilke zu verstehen, als der chronologische Ansatz Richters. Wer also nicht nur etwas \u00fcber Rilkes Biografie erfahren will, sondern \u00fcber das&nbsp;&nbsp;\u201eLeben&nbsp;<em>im Werk<\/em>\u201c und das \u201eWerk&nbsp;<em>im Leben<\/em>\u201c \u2013 dem sei Kochs \u201eDichter der Angst\u201c ans Herz gelegt, das wegen seiner langen exegetischen Passagen allerdings auch anspruchsvoller zu lesen ist.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201e<em>Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge<\/em>&nbsp;sind gro\u00dfe Angst-Kunst, in der deutschen Literatur gleichrangig mit Erz\u00e4hlungen wie Georg B\u00fcchners&nbsp;<em>Lenz<\/em>&nbsp;oder Gerhart Hauptmanns&nbsp;<em>Bahnw\u00e4rter Thiel<\/em>\u201c, schreibt Koch, \u201eeiner der ersten Romane, die virtuos den Ekel \u00e4sthetisieren, d.h. ihn zum Element einer mitrei\u00dfenden Prosa machen.\u201c Denn Maltes Schockerfahrungen in der Gro\u00dfstadt im Angesicht der sozial Deklassierten, Kranken und Entstellten seien keine Klage \u00fcber das Elend der \u201eFortgeworfenen\u201c, sondern Ausdruck einer existenziellen Verst\u00f6rung. Auch in Rilkes ber\u00fchmtem \u201ePanther\u201c erkennt Koch \u201ekeine Spur von Wehleidigkeit und Selbstverliebtheit\u201c, sondern interpretiert ihn als \u201eIch-Gedicht ohne Ich\u201c.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Auch Koch definiert Rilkes Konzept als \u201ePoetik des Unbewussten\u201c, als deren Keimzelle er seinen Rodin-Essay von 1903 ausmacht, dem er allerdings eine Mythisierung des Bildhauers ankreidet. Aus Paris reist das \u201eFluchttier\u201c Rilke f\u00fcr ein halbes Jahr nach Italien. Die Leserinnen und Leser begeben sich allerdings mit Koch zur\u00fcck in Rilkes Kindheit.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Muttervergiftung und die schreibende Hand<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Diese war ebenso beh\u00fctet wie umschattet. Die Ursache daf\u00fcr sehen Koch wie auch Richter in Rilkes Beziehung zur Mutter, einer \u201eungew\u00f6hnlich emanzipierten Frau\u201c, die \u201eSymptome einer narzisstischen Pers\u00f6nlichkeit\u201c aufgewiesen habe. \u201eRainer Maria Rilke \u2013 das l\u00e4sst sich mit Sicherheit sagen \u2013 litt lebenslang an einer Muttervergiftung.\u201c&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend Richter Rilkes Freundschaften mit M\u00e4dchen (darunter zuletzt die Wienerin Erika Mitterer) unter die Lupe nimmt und unter den Verdacht p\u00e4dophiler Beziehungen stellt, begibt sich Koch auf die Suche nach der Ursache f\u00fcr Rilkes zwanghaftes Masturbieren \u2013 und findet Indizien f\u00fcr einen Missbrauch durch die sp\u00e4ter verhasste Mutter \u2013 eine der beklemmendsten Stellen im Buch. War sie der dunkle Punkt, aus dem sein Schreiben den Ursprung nahm? Rilkes Diktum \u201eDas Furchtbare ist die Voraussetzung des Fruchtbaren\u201c legt diese Interpretation nahe.<\/p>\n\n\n\n<p>Dem Fr\u00fchwerk Rilkes, aus dem \u201eeiner der gro\u00dfen Manieristen der Weltliteratur\u201c werden sollte, bescheinigt Koch gnadenlos: \u201eKaum ein anderer gro\u00dfer Autor der deutschen Literatur hat so miserabel begonnen wie Rilke.\u201c&nbsp;Rilkes Leben war auf die Durchsetzung seiner literarischen Berufung ausgerichtet. Dazu habe er seine Wahlm\u00fctter und Geliebten, seine M\u00e4zeninnen und M\u00e4zene, seine Haush\u00e4lterinnen und Krankenschwestern, seine Fluchten und Einsamkeit gebraucht \u2013 die er r\u00fccksichtslos durchzusetzen verstand, wie Koch betont. Auf dem Weg zu seinen Dinggedichten \u2013 zu denen neben dem \u201ePanther\u201c und dem \u201eKarussell\u201c auch der \u201eArchaische Torso Apollos\u201c geh\u00f6rt \u2013, gab er seine fr\u00fchere Gef\u00fchligkeit auf, um \u201ealles Subjektive in die Gestaltung des Gegenstands\u201c zu verlegen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Trotzdem, konzediert Koch, blieb Rilke zeitlebens ein gnadenloser Romantisierer. Seinen \u201eBesch\u00f6nigungstrieb\u201c lebte er nicht nur in seiner Wohnraumgestaltung und der sp\u00e4teren Rosenzucht auf Ch\u00e2teau Muzot im Schweizer Wallis aus, sondern auch in Form von Ausblendungen. Kennzeichen der Moderne wie Eisenbahn, U-Bahn, Telefon und Radio kommen in seinen Gedichten nicht vor. Darin erweist er sich f\u00fcr Koch wie Hugo von Hofmannsthal als restaurativ oder konservativ. Doch Koch h\u00e4lt fest: \u201eEs gibt bei Rilke fast immer einen Punkt, an dem seine Mythisierungen umschlagen in produktive Erkenntnis. Die \u00dcbertreibung f\u00fchrt hin zu klugen Einsichten in konkrete k\u00fcnstlerische Verfahren.\u201c&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Beim Schreiben musste f\u00fcr Rilke alles verschwunden sein, was er war, wusste und erinnerte. Es werde \u201eein Tag kommen, da meine Hand weit weg von mir sein wird, und wenn ich sie schreiben hei\u00dfen werde, wird sie Worte schreiben, die ich nicht meine\u201c, notierte er einmal. Viele Gedichte empfing er als empfundenes \u201eDiktat\u201c. Der Dichter m\u00fcsse berauscht und gleichzeitig klar im Kopf sein, fand Rilke. Wie kein anderer Autor der fr\u00fchen Moderne, pr\u00e4zisiert Koch, habe Rilke \u201eden Anteil der Nicht-Planbarkeit im kreativen Prozess herausgestrichen\u201c.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Selbsttherapie eines nicht-ichbezogenen Narzissten&nbsp;<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Rilke war&nbsp;&nbsp;nicht beziehungsf\u00e4hig \u2013 au\u00dfer in Briefen. Sein Gl\u00fcck lag einzig im \u201egelingenden Schreiben\u201c, meint Koch. Im \u201eMalte\u201c habe er versucht, sich selbst zu portr\u00e4tieren und gleichzeitig von sich loszukommen, aber das sei nicht gelungen: \u201eSchreiben als missgl\u00fcckte Selbsttherapie, als Entfesselung statt B\u00e4ndigung der Krankheitsgewalten\u201c. Folgt man Kochs Interpretation, kam Rilke nie \u00fcber den \u201eMalte\u201c in sich selbst, \u00fcber den missbrauchten Jungen hinweg. Am Beginn seiner letalen Leuk\u00e4mie stand ein panischer Schock, den Koch mit Rilkes Kindheit und Mutterbeziehung in Verbindung bringt. Von R\u00fccksichtslosigkeiten und Dressurakten, Verr\u00fccktheiten und \u00dcberforderungen ist dabei die Rede, einem \u201esanften Zwangssystem\u201c, an dem Malte\/Rainer-Ren\u00e9 zerbrechen sollte.&nbsp;Rilke vermochte sich nicht zu retten, deswegen erkennt Koch in seinem Programm \u2013 die Welt neu zu schreiben \u2013 auch keinen Gr\u00f6\u00dfenwahn, sondern das \u201eletzte Rettungsmittel eines Verzweifelten\u201c, eines soziophoben Au\u00dfenseiters, dem oft Narzissmus bescheinigt wird, was Koch gelten l\u00e4sst, wenn man der Diagnose das Adjektiv \u201enicht-ichbezogen\u201c voranstellt. Im Laufe seines Lebens verlor Rilke die Borderline-Symptome seiner jungen Jahre, daf\u00fcr wurde ihm der K\u00f6rper zum Feind. Koch liest die \u201eDuineser Elegien\u201c als \u201eSeelendrama mit mythischen Akteuren\u201c, als Zeugnisse seiner Masturbationssucht als Bet\u00e4ubungsmittel tiefer Wunden und \u2013das Motiv der Engel als Narzissmus in \u00fcbermenschlicher Reinform, aber auch als Versuch einer literarischen Selbsttherapie des \u201eDingemachens aus Angst\u201c.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>\u201eDas T\u00f6tliche hat immer mitgedichtet\u201c<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Sah Rilke den \u201eDurchgang der H\u00f6lle\u201c als \u201eK\u00f6nigsweg zur Kunst\u201c, so fiel er ein Jahr vor seinem Tod in ein Loch, jenen Schockzustand, den Koch eindringlich beschreibt und \u2013 wie bereits erw\u00e4hnt \u2013 mit einem vermuteten Missbrauch durch die Mutter in Verbindung bringt. \u201eBesonders unheimlich mutet unter diesem Aspekt ein Passus in der dritten [Duineser] Elegie \u00fcber das ,Entsetzliche\u2018 der ersten Erfahrung von Sexualit\u00e4t im Leben des Knaben an:<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-verse\">Ja, das Entsetzliche l\u00e4chelte \u2026 Selten\nhast du so z\u00e4rtlich gel\u00e4chelt, Mutter. Wie sollte\ner es nicht lieben, da es ihm l\u00e4chelte.\u201c\n<\/pre>\n\n\n\n<p>Aus der Kombination von extremer Todesangst und suchtartiger Selbstbefriedigung sollte Rilke nicht mehr herauskommen. Gestorben ist er schlie\u00dflich an einer Wunde durch einen Rosenstachel, die aufgrund seiner fortgeschrittenen Leuk\u00e4mie nicht mehr heilte. Der jungen Wiener Dichterin Erika Mitterer, seiner letzten M\u00e4dchenbeziehung, bekannte er in Gedichtform: \u201eDas T\u00f6tliche hat immer mitgedichtet: nur darum war der Sog so unerh\u00f6rt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dieser Lekt\u00fcre wird man Rilke mit anderen Augen sehen, \u00fcber die ihm nachgerufene Harmlosigkeit nur noch m\u00fcde l\u00e4cheln \u2013 und wom\u00f6glich darauf warten, dass die unterschiedlichen Interpretationen Richters und Kochs durch weitere Exegesen von Dichter und Werk erg\u00e4nzt werden. \u201eRainer Maria Rilke. Ein Prophet der Avantgarde\u201c von R\u00fcdiger Schaper erscheint \u00fcbrigens im August. Derweil k\u00f6nnte man auf eine der bereits vorhandenen Monografien zur\u00fcckgreifen wie \u201eRainer Maria Rilke. \u00dcberz\u00e4hliges Dasein\u201c von Fritz J. Raddatz (2009), \u201eRilke und die Frauen\u201c von Heimo Schwilk (2015), \u201eRilke. Der ferne Magier\u201c von Gunnar Decker (2023). Oder doch einmal wieder den Dichter selbst lesen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Sandra Richter: <a href=\"https:\/\/www.suhrkamp.de\/buch\/sandra-richter-rainer-maria-rilke-oder-das-offene-leben-t-9783458644828\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Rainer Maria Rilke oder Das offene Leben. Eine Biographie.<\/a> Insel, Berlin, 2025. 478 Seiten.&nbsp;Euro 28,80<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Manfred Koch: <a href=\"https:\/\/www.chbeck.de\/koch-rilke\/product\/36959124\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Rilke. Dichter der Angst. Eine Biographie.<\/a> C.H. Beck, M\u00fcnchen, 2025. 560 Seiten. Euro 35,\u2013<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p>\u201eKunst ist Kindheit. Kunst hei\u00dft, nicht wissen, da\u00df die Welt schon i s t, und eine machen. Nicht zerst\u00f6ren, was man vorfindet, sondern einfach nichts Fertiges finden.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>  (Aus: Rainer Maria Rilkes Erz\u00e4hlung \u201eIm Gespr\u00e4ch\u201c)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besprechung: \u201eDas T\u00f6tliche hat immer mitgedichtet\u201c &#8211; Ein Essay zum 150. 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