{"id":3251,"date":"2021-08-10T00:38:00","date_gmt":"2021-08-09T22:38:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/?p=3251"},"modified":"2021-11-01T12:50:57","modified_gmt":"2021-11-01T11:50:57","slug":"vom-erzaehlen-der-dinge","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/2021\/08\/10\/vom-erzaehlen-der-dinge\/","title":{"rendered":"Vom Erz\u00e4hlen der Dinge"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"has-text-color wp-block-heading\" style=\"color:#888888\"><a href=\"https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/udo-kawasser\/\">Udo <\/a><a href=\"https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/autor%e2%80%91innen\/kawasser-udo\/\">Kawassers<\/a> Lekt\u00fcre des Gedichts &#8222;Der Stein&#8220; von  <a href=\"https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/donhauser-michael\/\">Michael Donhauser<\/a> <\/h3>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-verse\">Der Stein\n\u00a0\nUnm\u00f6glich, in der Mehrzahl von ihm zu schreiben, ohne\nseine Einsilbigkeit zu verlieren, also formt er sich auch\nhier durch eine Reihe von Negationen.\nEr weist nicht durch Bruchstellen hin zur\u00fcck, zeigt\nkeine Kante, die nicht gerundet w\u00e4re, seine Herkunft ist\ngetilgt durch den langj\u00e4hrigen Einfluss des Wassers.\nSeinem Widerstand ist so alles Augenf\u00e4llige genom-\nmen, alles Naheliegende wie etwa, ihn durch Entgegen-\nsetzungen zu brechen.\nEr besteht auch gegen den Vergleich mit einer Kartof-\nfel, die gesch\u00e4lt, verletzt von einem Spatenstich und an-\ngebohrt von einem vielleicht Wurm ihn erl\u00e4utern\nk\u00f6nnte.\nKeine Haut, die ihn sch\u00fctzt, leicht angegilbt oder als\u00a0\nmilchglasklares Mosaik \u00e4hneln seine Felderungen und\nkaum Furchen nur denen einer Haut.\nFl\u00e4chenweise heller, spiegelnd, sodass die Illusion einer\u00a0\nDurchsichtigkeit entsteht, einer Zeit, bevor die stumme\nGegenwart in ihm fest geworden ist, greifbar.\nLiegt er in der Hand, l\u00e4sst er sie seine nie zu vollenden-\nde Form sp\u00fcren, durch Drehen und Reiben nachvollzie-\nhen.\nMit seinem Duft h\u00e4lt er das Verg\u00e4nglichste noch fest,\ndie erste Abk\u00fchlung am Beginn eines Gewitters, wenn\nes aufsteigt, fast dampft.\nAnsonsten kein Erinnern, nur die Lust, ihn zu werfen,\nseine Verh\u00e4rtung \u00fcber die Sprache hinaus wirksam zu\nmachen.\n\n\u00a9 mit freundlicher Genehmigung des Droschl-Verlags<\/pre>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Vom Erz\u00e4hlen der Dinge<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Es ist keine Selbstverst\u00e4ndlichkeit, dass ein Ding in seiner Materialit\u00e4t und Eigengesetzlichkeit zum Gegenstand von Dichtung wird und nicht als Symbol f\u00fcr religi\u00f6se Vorstellungen oder als Allegorie oder Metapher fungiert. Hier ist nicht der Ort, den Weg durch die Jahrhunderte nachzuzeichnen, den es ben\u00f6tigte, damit die Dinge jenen Eigenwert erreichten, um zum vollwertigen Gegenstand dichterischer Besch\u00e4ftigung zu werden, man geht aber nicht fehl, wenn man von mindestens drei Entwicklungen ausgeht, die das Terrain daf\u00fcr bereiteten.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der Mensch als Ding unter Dingen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Da ist zum einen der neuzeitlich naturwissenschaftliche Zugang mit der damit verbundenen Entmythologisierung und Dekontextualisierung, die den Verweischarakter der Dinge beinahe getilgt hat, und zum anderen die Entfremdungserfahrung der Moderne, deren kapitalistische Dynamik nicht nur zum \u201eVerdampfen alles St\u00e4ndischen und Stehenden\u201c und damit verbunden zu einer Schw\u00e4chung des symbolischen Immunsystems f\u00fchrte, sondern auch den Menschen die triste Erfahrung bescherte, zu einem Ding unter anderen werden zu k\u00f6nnen. Mit der Entfaltung des kapitalistischen Marktes geht drittens ein Prozess der Autonomisierung der K\u00fcnste einher, der die Materialit\u00e4t der Kunstmittel in den Blickpunkt r\u00fcckt, bei der Dichtung also die Sprache selbst, was sich besonders in Frankreich, einer der fortgeschrittensten Gesellschaften des 19. Jahrhunderts, mit einem ersten H\u00f6hepunkt der Entwicklung bei Mallarm\u00e9 zeigt.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist daher kein Zufall, dass wesentliche Impulse f\u00fcr das Dinggedicht von Frankreich ausgingen, in der sich die nachromantische Literatur sehr stark an den Bildenden K\u00fcnsten orientierte und Rainer Maria Rilke als Sekret\u00e4r von Rodin mit seinen&nbsp;<em>Neuen Gedichten<\/em>&nbsp;zwischen 1902 und 1907 den Schritt zum Dinggedicht vollzog. Vergessen wir nicht, dass der wenig sp\u00e4ter einsetzende Kubismus sich zentral die Frage nach der Polyperspektivit\u00e4t der Dinge bildnerisch stellte und auf seine Art l\u00f6ste.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Francis Ponges<em> Parteinahme f\u00fcr die Dinge<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ebenfalls in Frankreich, nur eine Generation sp\u00e4ter, war auch der gr\u00f6\u00dfte Spracharbeiter am Ding beheimatet, Francis Ponge (1899 \u2013 1988), der mit seinem Buch&nbsp;<em>Le parti pris des choses (Parteinahme f\u00fcr die Dinge)<\/em>&nbsp;von 1942 einen neuen dichterischen Kosmos \u00f6ffnete, der in den deutschsprachigen L\u00e4ndern erst in den 80ern durch einige \u00dcbertragungen Peter Handkes<a href=\"applewebdata:\/\/4F6E3F13-87F9-413B-AB68-83D5C0941036#_ftn1\"><sup>[1]<\/sup><\/a>&nbsp;weiteren Kreisen bekannt wurde. Bei Ponge wird das Schreiben zu einem Erforschen der Dingwelt, die aber stumm ist und der Versprachlichung Widerst\u00e4nde entgegensetzt. Nicht umsonst hei\u00dft sein zweiter bekannter Band von 1952&nbsp;<em>La rage de l\u2019expression<\/em>&nbsp;(<em>Der Furor des Ausdrucks<\/em>). Mit dem Bewusstsein, dass Wirklichkeit immer auch sprachlich vermittelt ist, wandte sich Ponge mit dem aufgeschlagenen LITTR\u00c9, dem Standardw\u00f6rterbuch des Franz\u00f6sischen, gegen den stereotypen und einfallslosen sprachlichen Umgang mit der Dingwelt und erschrieb sich an den Dingen entlang neue Sprach- und Denkr\u00e4ume.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Es ist allerdings das Verdienst Michael Donhausers, an Ponge ankn\u00fcpfend die Dingwelt poetisch in der zeitgen\u00f6ssischen deutschsprachigen Literatur verankert zu haben. W\u00e4hrend nach Thomas Bernhard Naturbeschreibungen&nbsp;\u201esowieso Unsinn[sind], weil ja jeder die Natur kennt\u201c und nur \u201einnere Vorg\u00e4nge, die niemand sieht\u201c literaturw\u00fcrdig seien, hat Donhauser in seinen B\u00fcchern von Anfang an die Dinge und insbesondere die Natur in den Fokus seiner dichterischen Arbeit ger\u00fcckt. 1990 erschien bei Droschl unter dem eigenwilligen Titel&nbsp;<em>Die W\u00f6rtlichkeit der Quitte<\/em>&nbsp;ein Band mit Prosagedichten aus den Jahren 1986-88. Im zweiten Kapitel mit der programmatischen \u00dcberschrift \u201eDas Erz\u00e4hlen der Dinge\u201c befindet sich das Gedicht \u201eDer Stein\u201c, das im Folgenden im Mittelpunkt stehen soll. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile\" style=\"grid-template-columns:27% auto\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"397\" height=\"560\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAAAAACH5BAEKAAEALAAAAAABAAEAAAICTAEAOw==\" data-src=\"https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Cover-Donhauser-die_woertlichkeit_der_quitte-397x560-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7465 size-full lazyload\" data-sizes=\"auto\" data-srcset=\"https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Cover-Donhauser-die_woertlichkeit_der_quitte-397x560-1.jpg 397w, https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Cover-Donhauser-die_woertlichkeit_der_quitte-397x560-1-213x300.jpg 213w, https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Cover-Donhauser-die_woertlichkeit_der_quitte-397x560-1-106x150.jpg 106w, https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Cover-Donhauser-die_woertlichkeit_der_quitte-397x560-1-370x522.jpg 370w, https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Cover-Donhauser-die_woertlichkeit_der_quitte-397x560-1-185x261.jpg 185w, https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Cover-Donhauser-die_woertlichkeit_der_quitte-397x560-1-20x28.jpg 20w, https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Cover-Donhauser-die_woertlichkeit_der_quitte-397x560-1-34x48.jpg 34w\" sizes=\"(max-width: 397px) 100vw, 397px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p class=\"has-normal-font-size\"><strong>Das Erz\u00e4hlen der Dinge<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es ist allerdings das Verdienst Michael Donhausers, an Ponge ankn\u00fcpfend die Dingwelt poetisch in der zeitgen\u00f6ssischen deutschsprachigen Literatur verankert zu haben. W\u00e4hrend nach Thomas Bernhard Naturbeschreibungen&nbsp;\u201esowieso Unsinn[sind], weil ja jeder die Natur kennt\u201c und nur \u201einnere Vorg\u00e4nge, die niemand sieht\u201c literaturw\u00fcrdig seien, hat Donhauser in seinen B\u00fcchern von Anfang an die Dinge und insbesondere die Natur in den Fokus seiner dichterischen Arbeit ger\u00fcckt. 1990 erschien bei Droschl unter dem eigenwilligen Titel&nbsp;<em>Die W\u00f6rtlichkeit der Quitte<\/em>&nbsp;ein Band mit Prosagedichten aus den Jahren 1986-88. Im zweiten Kapitel mit der programmatischen \u00dcberschrift \u201eDas Erz\u00e4hlen der Dinge\u201c befindet sich das Gedicht \u201eDer Stein\u201c, das im Folgenden im Mittelpunkt stehen soll.<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Die Sprache als Gegenstand der Dichtung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Gleich im ersten Satz macht Donhauser klar, dass uns im Gedicht nicht das Ding in seiner Materialit\u00e4t, sondern das Wort, also das Ding als Sprache gegeben ist: \u201eUnm\u00f6glich, in der Mehrzahl von ihm zu schreiben, ohne\/ seine Einsilbigkeit zu verlieren\u201c. Mit einer <em>Trippel<\/em>sinnigkeit, wie sie die poetisch gef\u00fchrte Sprache erlaubt, wird hier nicht nur die kurze Lautgestalt des Wortes \u201eStein\u201c evoziert,&nbsp;sondern gleichzeitig auch auf die monumentale Stummheit und In-sich-Verschlossenheit jedes Steins (\u201eEinsilbigkeit\u201c) verwiesen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Der Text beginnt schon im ersten Satz F\u00e4den zu kn\u00fcpfen, die eine multidimensionale Erfahrung von \u201eStein\u201c erm\u00f6glichen. Doch anstelle sich nun an den individuellen Merkmalen des Minerals abzuarbeiten, verbleibt der Text vorerst im Bereich des <em>Logos<\/em>: \u201ealso formt er sich auch\/ hier durch eine Reihe von Negationen\u201c. Das ist Prosa, die n\u00fcchtern den Gegenstand im \u201ehier\u201c der Vorstellung h\u00e4lt, indem sie dem Stein abspricht, \u201eSpuren seines Ursprungs\u201c zu tragen, was dem \u201elangj\u00e4hrigen Einfluss des Wassers\u201c zuzuschreiben sei. Die spr\u00f6de Ausdrucksweise hebt den operationalen Charakter des prosaischen Sprechens ohne Anspruch auf sprachliche Verdichtung hervor.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Von der Stummheit der Dinge <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im Gegensatz zu Menschen und sozialen Gegebenheiten, die sich im Medium Sprache ausdr\u00fccken k\u00f6nnen, erfahren wir die Stummheit der Dinge, ihr unerkl\u00e4rtes Sosein als Widerstand gerade in jenem Moment, in dem wir sie zur Sprache bringen wollen. Da dem rundgeschliffenen Stein das Kantige und Gebrochene fehlt, das am Anfang beim gewaltsamen Herausbrechen aus dem Gesteinszusammenhang sichtbar gewesen sein muss und ihm einst seine Individualit\u00e4t verlieh, l\u00e4sst sich seine Widerst\u00e4ndigkeit \u201eaugenf\u00e4llig\u201c auf den ersten Blick nicht ausmachen. Doch noch im selben Satz zeigt sich, dass der \u201eWiderstand\u201c ungebrochen und ihm auch ex negativo nicht beizukommen ist.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-verse\">Seinem Widerstand ist so alles Augenf\u00e4llige genom-\nmen, alles Naheliegende wie etwa, ihn durch Entgegen-\nsetzungen zu brechen.<\/pre>\n\n\n\n<p>Das ist allerdings rhetorisch zu verstehen, denn unsere Vorstellung ist dem Stein nach drei S\u00e4tzen schon bedeutend n\u00e4her ger\u00fcckt, \u00e4hnlich wie bei einem Bildhauer, der die Figur im Stein durch Wegschlagen alles dessen, was die Figur nicht ist, hervortreten l\u00e4sst. Und so l\u00e4sst auch die n\u00e4chste \u201eEntgegensetzung\u201c mit einem gr\u00f6\u00dfenm\u00e4\u00dfig vergleichbaren Gegenstand den Stein in seiner Eigenheit weiter an Kontur gewinnen. Denn die Kartoffel, die hier den Bereich des Organischen vertritt, zeigt Verletzlichkeit und damit erz\u00e4hlbare Geschichten, sei es die Verletzung ihrer k\u00f6rperlichen Integrit\u00e4t durch einen \u201eSpatenstich\u201c oder einen sie bewohnenden \u201eWurm\u201c.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Einen Stein werfen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Damit ist das Gedicht seinem Gegenstand so nahe gekommen, dass es in einer letzten Negation vom Fehlen einer Haut \u201edie ihn sch\u00fctzt\u201c sprechen kann. Der Stein gibt keine Nachrichten von seinem Inneren, von seiner Befindlichkeit. Auch die hellen Stellen, die \u201eFelderungen\u201c, die \u201edie Illusion einer Durchsichtigkeit\u201c entstehen lassen, machen das opake Wesen des Steins nur deutlicher, auch wenn sie sein Zuvor, die Momente seines Sogewordenseins erahnen lassen. Entzieht sich auch die zeitliche Dimension des Steins dem Begreifen, so ist das Feld nun so weit bereitet, dass die unmittelbare sinnliche Evidenz des Steins zur Sprache kommen kann: <\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-verse\">\u201eLiegt er in der Hand, l\u00e4sst er sie seine nie zu vollenden-\nde Form sp\u00fcren, durch Drehen und Reiben nachvollzie-\nhen.\u201c&nbsp;&nbsp;<\/pre>\n\n\n\n<p>Doch der Stein ist nicht nur haptisch erfahrbar, er hat auch einen Geruch, wenn im Sommer der Regen von ihm aufdampft. Und nicht zuletzt kann er vom Menschen auch als Teil des eigenen Tuns erfahren werden, wenn er ihn beispielsweise weit von sich wirft, womit das handelnde Subjekt in der Opakheit des Gegenstands ank\u00e4me.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Donhausers Prosagedicht ist nicht darauf gerichtet, einen einzelnen Stein in seiner Individualit\u00e4t hervortreten zu lassen, sondern schreitet sprachlich das geistige Konzept \u201eStein\u201c ab und verkn\u00fcpft es mit unterschiedlichen menschlichen Erfahrungsm\u00f6glichkeiten, um es so zu einer neuen Kenntlichkeit zu bringen, die den Blick auf den Stein ver\u00e4ndert und belebt. Das verschlossene Ding in seiner Widerst\u00e4ndigkeit, um dessen Erz\u00e4hlbarkeit der Autor erfolgreich ringt, hat seine \u201eVerh\u00e4rtungen\u201c, die es sprachlich unzug\u00e4nglich machen. Sie korrespondieren aber mit einer realen H\u00e4rte, die im Gedicht-Ich den Wunsch erwecken, \u00fcber die Sprache ins Handeln zu kommen. Wer je einen Stein geworfen hat, wei\u00df etwas vom Stein, das einem kein Blick, kein Wort&nbsp;an seiner statt&nbsp;erschlie\u00dfen kann.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/4F6E3F13-87F9-413B-AB68-83D5C0941036#_ftnref1\"><sup>[1]<\/sup><\/a>&nbsp;Francis Ponge:<em>&nbsp;Das Notizbuch vom Kiefernwald. La Mounine<\/em>. Dt. von Peter Handke, Frankfurt am Main, Suhrkamp, 1982.<\/p>\n\n\n\n<p>Francis Ponge:\u00a0<em>Kleine Suite des Vivarais<\/em>.\u00a0Dt. von Peter Handke, Salzburg\/Wien, Residenz, 1988.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"block-0fa75054-12a2-4b30-9fda-22831c5df1c9\"><strong>Das Gedicht \u201eDer Stein\u201c erschien in: <a href=\"https:\/\/www.poesiegalerie.at\/wordpress\/donhauser-michael\/\">Michael Donhauser<\/a><\/strong>: <strong><em><a href=\"https:\/\/www.droschl.com\/buch\/die-woertlichkeit-der-quitte\/\">Die W\u00f6rtlichkeit der Quitte<\/a><\/em>, Verlag Droschl, Graz, 1990, S.43<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Udo Kawasser liest das Gedicht &#8222;Vom Stein&#8220; von Michael Donhauser aus dem Gedichtband &#8222;Die W\u00f6rtlichkeit der Quitte&#8220; bei Droschl, 1990.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":7403,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[105,271],"tags":[277,146],"thb-sponsors":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v20.6 - 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