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Lockdown-Spaziergänge: Versuche, die Zeichen zu lesen

Lockdown-Spaziergänge: Versuche, die Zeichen zu lesen

Kirstin Breitenfellner


Versuche, die Zeichen zu lesen

Der Mensch zeichnet sich nicht nur durch den Willen aus, Zeichen zu setzen, sondern auch durch die Fähigkeit, Zeichen zu lesen. In jeder Wolke, in jedem Farbfleck vermögen wir Dinge zu erkennen, und Assoziationen können die entferntesten und gegensätzlichsten Gegenstände und Phänomene miteinander verbinden. 

In Zeiten der Krise, wenn Botschaften Angst erzeugen und Widersprüche transportieren, wenn die Kommunikation feindlicher wird und viele verstummen, steigt das Bedürfnis, Zeichen zu entziffern. 

Man sucht Antworten und glaubt sie außerhalb von sich selbst zu finden, dabei hat man sich die Zeichen selbst zusammengelesen, in Gehweite von der eigenen Wohnung, die man nur noch zu stark eingegrenzten Zwecken verlassen darf. Zum Beispiel für Spaziergänge, auf denen man plötzlich, en passant Spuren von Gedichten findet.

© Copyright Kirstin Breitenfellner

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Mehr Aufnahmen von Kirstin Breitenfellners Zeichensuche finden sich in ihrem Facebook-Album hier.

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