Ein unsichtbarer Helfer
writer und wirt
Schwarze Sonne 2
Unter der Sonne von Corona II
Gedichtfaksimile noch ist nicht
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Wenn die Katze kräht
Schwarze Sonne I
Unter der Sonne von Corona I
Sehnsucht, Macht, Schuld

AUSGESTELLT

Timo Brandt

 

Das Handtuch 

für Cornelia
 
An Tagen, an denen der Wind weht,
an Tagen, an denen der Wind kräftig weht,
(die Windabdrücke
auf dem Fensterglas)
            
wünsche ich mir, ein Handtuch zu sein.
 
Nicht weil ich leicht wäre oder weich, schön,
wenn meine Farbe eine Form von Wind mitmacht,
die nie ein Mensch, vielleicht ein Vogel noch
nachmachen kann. Nein, nein – ich wär nur gern
 
ein Handtuch, um einmal zu trocknen,
einmal den Zustand verändern zu können,
in dem sich ein anderer Mensch befindet – ohne
dass ich mich dazu veräußern oder ihn in dringen
muss.
 
Ich will ein Handtuch sein und alle nassen Stellen
an einem warmen Körper trocknen. Dann
will ich im Wind hängen und all die Nässe soll
langsam, langsam trocknen.
Hier geht es zu Daniela Chanas Lektüre des Gedichts unter dem Titel Ein unsichtbarer Helfer