Andreas Pargger
Mein Unglück treibt die schönsten Blüten, so aufgezogen zwischen Leichtigkeiten. Verzweige mich in Widersprüche, Blatt im Taumel der Jahreszeiten, ich stelle mich zur Schau in allen Farben der Verzweiflung. Aufbrüche ins Uferlose – zum besseren Verständnis: Ich spreche über die Lektion der Leere, wie ich zu schweigen anfing vor den Antworten. Höre nichts als das Nichtgesagte in den Wörtern, die Stille nach dem Lied, wie mir die Bedeutungen unter den Fingern wegsterben, wie süchtig nach dem kleinsten Sinn. Kann mir nicht helfen, berauscht wie eh vom Eintreten der Zirkelschlüsse, wie sich der Kreis hinter mir schließt: Mein Unglück treibt die schönsten Blüten. Schüttle Abgestorbenes ab, was mich am Boden hält, strecke mich der Sonne entgegen. Lass die Hoffnung keimen, bin bald nichts als Linie im Auge des Betrachters – schneiden uns doch im Unendlichen.

Von Andreas Pargger erschien zuletzt: Wie wir leben wollen, Sisyphus, 2025. 112 Seiten. Euro 12,–
Cover © Sisyphus Verlag
