Steffen Popp
Kleinerer Aufenthalt, die Runde drehen das sind eingerollte Wege in der Zeit turmhohe Wendeltreppen, die schon bis zum Mond reichen. Von oben gesehen Kreise, darin Zeiger wie Speichen gehn. Was in Extremen von Aufmerksamkeit hell Wachen, Schlaf - jeweils zerfällt alle Ereignisse - wie Garben, archaisch - in eines gebunden, Geschichte, real und erfunden ein Säulenwald. Nie schlägt die Stunde
Steffen Popps 118 Elemente seines Gedichtbandes „118“ – der Titel bezieht sich auf die Elementanzahl des chemischen Periodensystems – sind Worte, als Unterschriften/untere Überschriften (Dinge, Elemente, Abstrakta…), die sich im Gedicht formieren zu Gestalten, Formen, Verhältnissen („Maßverhältnissen“, A. Kluge), wie im folgendem Gedicht das Phänomen „Stunde“, das eine poetische Phänomenologie des Elements ausfaltet und Metaphern, Bilder, Architekturen aufblitzen lässt. Perspektivisch, zwischen Sprach- und Wortregistern sowie Abstrakta und Konkreta springend, assoziativ, überraschend, neu:
-Michael Hammerschmid

Steffen Popp: 118. Gedichte. Berlin: kookbooks, 2017, S. 8
Steffen Popp nimmt am 20.4.26 ab 19 Uhr beim Lyrikfestival „Dichterloh“ in der Alten Schmiede an einer Podiumsdiskussion zum Thema „Das Anarchische in der Dichtung“ teil (gemeinsam mit Ulf Stolterfoht, Anja Zag Golob und Michael Hammerschmid); außerdem ebendort am 21.4.26, 19 Uhr, im Rahmen der Präsentation des von ihm mitübersetzten Gedichtbands von Eva H.D.

