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Parallel verlaufen die Rippen des HERRN

Parallel verlaufen die Rippen des HERRN

Nea Schmidt

Parallel verlaufen die Rippen des HERRN 
Vornehm geordnet, von nichts überrascht 
Muskulöser Christ
der täglich pumpen gehen muss. Wehe dem, der 
schief blickt. Wehe der, die nicht guckt.
Hat sich die Knochen blond gewaschen
o besser noch, gebrochen
um besser nachzuwachsen.
Hammer in die Hand. Eine Kathedrale zu bauen 
dem HERRN. Nein. Der Jawline Gottes!
im Frost verendete Knospe,
auf Gerte gefädelte Perle.
Strafe wächst nach. Gott als sog. Chad?
Hohes Tier der Pracht
mit polierter Miene. Liebe dich selbst! Polier dir 
die eigene Fresse. Wie eine Skulptur.
Sei zwei in einem: Steinmetz u Stein.
u Bewunderer der eigenen Grabinschrift.
Friss freiwillig Fliegen. Gebenedeit sei jede
an Weichheit leidende Birne. Das Leid allgemein. 
Wer zwei in eins sein will muss leiden
Würze. Wehe. Wachs.
Eitel in ihres Herzens Herzen.
Lachs des Herzens.
Aufgespritzt.
Kardio-Kreislauf des Lebens,
der Aquakultur: Vanitas,
reibet sich wund an Artgenossen.
Zuerst die Leiche: dann die Freunde der Leiche.
it is what it is. Ein Gesicht.
 ̄\_(􏰀)_/ ̄
Schlafkrankheit in der Luft
u wir knetweiche Menschen die auf
Löschpapier laufen. Aus reiner Muschelkraft,
in krudem Licht. Einstmals krude, nun erschlafft. 
Wir sind nicht dafür gemacht,
uns selbst zu sehen. Flussaufwärts
zum Laichgrund der Angst oder abwärts zu 
abgeschirmter Häme. Da brütet
hermetischer Hass. Den eigenen Kiefer aufbrechen 
Um an Perle zu kommen, die dort nicht mehr ist. 
Falls sie es jemals war.
Perlen kann man eh nicht essen.
Austernaugen sehen uns
uns im Spiegel ekeln
mit wissend nassem Blick.
Wir essen täglich den Leichnam der Milch.

Von Nea Schmidt erschien zuletzt: Maschen, Leipzig, März 2025, Literaturzeitschrift „Edit“

Cover © Edit

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