Karin Peschka
grås im grås schde in da wiesn im föd im doaf schde im schdeu im haus aufn åcka geh in dårbeid und wieda in dårbeid und wieda in dårbeid sågd da schef kimmsd fria muagn gö is ka fråg ned duad nua so ois wauns ane war muagn is a feiadåg muagn is a sundåg kimmsd fria muagn gö bisd daham bisd im bett bisd im båd bisd alanich nua dkåtz is då und schnuad kochsd an dee kochsd a oa suachsd a brod håsd kans kaufd föd da dbutta sowieso brauchst ka brod issd des oa nua dkåtz bei de fiass euwei wüs aussi bei da dia und du a
Wie ein akustisches Mantra, ein Sound, ein Ton, der sich einhängt, geht in diesem Teilgedicht von Karins Peschkas „bus grås haud haam“ die Stimme des Dorfes, des Arbeitgebers ins Ohr. Inhaltlich ist es aber nicht angenehm zu hören, wenn auch akustisch eingängig, denn es geht um das scheinbar „eherne Gesetz“ am Land (und nicht nur dort!) der Grenzüberschreitung und Ausbeutung: Angestellte werden da nicht gefragt, „is ka fråg ned“, ob sie am Wochenende arbeiten möchten. Karin Peschka intoniert ihr Gedicht im Dialekt, der hier auf den Grat geführt wird zwischen Fremdheit und Vertrautheit, zwischen Heimkommen und dem Wunsch der Enge zu entfliehen, Pole, die dieses in Arbeit befindliche Langgedicht auf ästhetisch formgenaue und menschlich nachdenklich machende Weise wesentlich bestimmen:
-Michael Hammerschmid

Karin Peschka: bus grås haud haam. unveröffentlichtes Manuskript
Karin Peschka liest am 21.4.26 um 19 Uhr beim Lyrikfestival „Dichterloh“ in der Alten Schmiede

