Leopold Federmair
Jenseits der Mauer und der Bäume und der Schrift- steine des Friedhofs, die den Garten begrenzen, ziehen die Geleise mit den Zügen, einer für Güter jetzt, danach kommen wieder Passagiere, die aus den Sieben- fenstern starren auf die Mauer anderseits und auf den Fried- hof, wo die Reise endet, auch dem Betrachter seine, der mit Furchen an der Nasenwurzel auf die schöngekämmten Kiesel blickt, sind schon vorbeigezogen, haben nichts gedacht, das tut der contempleur, der Tempel- herr, indem er seinem fragwürdigen Glauben frönt und Fragen stellt, die ihm das Fundament wegfegen, auf dem er stand und stand- haft steht, zu stehen glaubt. Er schwebt.

Zuletzt erschien von Leopold Federmair: Ein Schrein auf dem Kaufhausdach, Shinto Gedichte, Edition Tandem, 140 Seiten, Euro 22,-
Cover © Edition Tandem
