Isabella Breier
die Wasserpflanzen leg ich aufs Gras, zur Feuerprobe, versteht sich
es wölbt sich so ein Wolkenwort, hebt ab vom versiegelten Grund, zottelt bald zwischen Brust- und Augenhöhe, wo ich’s ein letztes Mal berühre, bevor es aufsteigt, in vielleicht vernebelte Zusammenhänge ich seh ihm nach, ich ruf ihm nach, benenne – flüsternd, auf gut Glück – seine zukünftig mögliche, fassbare Form: ein Kakadu, kletternd, ein Esel, der springt, ein Glamping-Resort mit Infinity-Pool oder doch abstrakte Gemälde, zum Beispiel dies wuchernde Klaglied mit Lyra
„El tiempo pasa, nos vamos poniendo viejos.” „Με πήρανε τα χρόνια.“
derweil schmausen wir im Schatten von Eichen, Linden, Weiden, Brot, Oliven, Trauben, altern seit x Sommern an der Alten Donau und sprechen darüber, wieso wir niemals schweigen können wollen ---
(hat tips – kursiv gesetzte Zeilen: Pablo Milanés: Años Γιάννης Πολυκανδριώτης: Με πήρανε τα χρόνια)

Zuletzt erschien von Isabella Breier: Kosmo. Roman. Septime Verlag, Wien 2026. 336 Seiten. Euro 25,-
