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Diskussion: POESIE & POLITIK

Diskussion: POESIE & POLITIK

Vier Autor*innen diskutieren zur Eröffnung der POESIEGALERIE 2022

Wir leben in Zeiten multipler globaler Krisen und unter dem Eindruck eines fürchterlichen Krieges, den Russland gegen die Ukraine vom Zaun gebrochen hat, unter deren Folgen die ganze Menschheit zu leiden hat. Das Bedürfnis nach Orientierung ist groß und es stellt sich die Frage, ob die Suchenden gut aufgehoben sind, wenn sie bei den Dichter*innen nach Antworten suchen. Und was machen diese Krisen, in denen es am Ende um nichts Geringeres als das Überleben der Menschen als Art geht, mit dem Selbstverständnis der Dichter*innen?

Cover des Buchs Jochen Hörisch: Poesie und Politik. Hanser 2022

Die Frage nach dem Verhältnis von Poesie und Politik ist also wieder virulent geworden. Der deutsche Literaturwissenschafter Jochen Hörisch hat heuer bei Hanser unter dem Titel Poesie und Politik. Szenen einer riskanten Beziehung ein Buch veröffentlicht, in dem er auf zwei Fragen Antworten sucht: Erstens, diskreditieren politische Äußerungen bzw. das Engagement eines Dichters dessen poetisches Werk, oder hat dieses Werk eine Geltung sui generis (siehe Handke)? Und zweitens, haben Dichter*innen eine spezifische Kompetenz, die zu Einschätzungen politischer Akteure und Konstellationen befähigt, die erhellender und verlässlicher als jene anderer Kommentatoren sind? Hörischs Ausführungen spannen einen Bogen von Platon, Goethe, Zola, über Luise Rinser, Gottfried Benn, Johannes R. Becher, Thomas Mann bis zu Peter Handke und bieten eine historisch reflektierte Folie, auf deren Hintergrund wir das Gespräch über diese und andere Fragen suchen möchten.

© Hanser Verlag

Unter der Leitung von Kirstin Breitenfellner diskutieren zur Eröffnung der heurigen POESIEGALERIE nach einem Impulsreferat von Udo Kawasser vier Dichter*innen:  Jana Volkmann, die als Redakteurin für die links zu verortende Online-Zeitschrift Tagebuch arbeitet, Gerhard Ruiss, der als Geschäftsführer der IG Autorinnen Autoren die Belange der Autor*innen vertritt und immer wieder politische Initiativen setzt, weiters die in Berlin lebende Wiener Autorin Caca Savic, die als Kind serbischer Eltern in ihren Texten die eigene Emigrationserfahrung befragt, und Stefan Schmitzer, der nicht nur Mitherausgeber der Grazer Literaturzeitschrift perspektive ist, sondern sich in seinen Arbeiten um eine bewusst politisch reflektierte Form der Dichtung bemüht.

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dichterloh

ZEIT: Do, 3.Nov. 2022, 18 Uhr

ORT: IG Architektur, Gumpendorferstr. 63 B, 1060 Wien

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